Neuartiger Blitzschutz für Leichtflugzeuge
Flugzeughersteller und Fluggesellschaften müssen zunehmend strenge Gewichtsbeschränkungen einhalten, um den Kerosinverbrauch einzudämmen und die daraus resultierenden Treibhausgasemissionen zu senken. Ein üblicher Weg zur Verringerung des Bauteilegewichts ist der Einsatz von Verbundwerkstoffen, die aus mehr als einer Substanz hergestellt werden und von den individuellen Eigenschaften der einzelnen Bestandteile profitieren. Diese sogenannten Komposite sind typischerweise leicht und fest und verfügen oft über gute Korrosions- und Materialermüdungseigenschaften. Verbundwerkstoffe bieten jedoch oft keine ausreichende elektromagnetische Abschirmung, was die komplexen Avioniksysteme - und somit auch die Fluggäste und die Besatzung - in Gefahr bringt. Der Einbau eines Blitzschutzes in Flugzeugzellen aus Kompositen gestaltet sich leider recht schwierig. Zur Arbeit an der Überwindung dieses Problems riefen Wissenschaftler das Projekt mit den Titel "Lightning protection for structures and systems on aircraft utilising lightweight composites", abgekürzt Lightning, ins Leben. Das Konsortium fand Blitzschutzlösungen und Einbauverfahren zum Schutz der Flugzeugelektronik unter Einsatz einer Kombination experimenteller Untersuchungen und Modellierungen. Mit fortgesetzter Forschungsarbeit, wozu der Bau von Prüfständen und die Erprobung von originalgetreuen Simulationssystemen zählen, will man die Hälfte des derzeit üblichen Mehrgewichts für Blitzschutz bei Leichtflugzeugen einsparen. Hier sind zweifellos beträchtliche Auswirkungen auf Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit zu erwarten.