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FTE-Erfolgsstorys - Ein Hauch frische Luft für junge Asthmakranke

Asthma ist ein im Wachsen begriffenes chronisches Gesundheitsproblem in Europa, das die Lebensqualität von Millionen Menschen beeinträchtigt und eine kaum tragbare Belastung für die nationalen Gesundheitssysteme darstellt. Zu verstehen, was diese Erkrankung der Atemwege verursacht, könnte neue, innovative Wege der Behandlung erschließen. Eine EU-finanzierte Studie hat einen überzeugenden Nachweis ergeben, dass ein spezielles Gen an der Entstehung von Asthma bei Kindern beteiligt ist.

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Die Ergebnisse des Projekts Asthma AND Ormdl3 könnten unser dem Verständnis zugrundeliegendes Wissen über Asthma bei Kindern grundlegend verändern, dieser potenziell tödlichen Erkrankung, an der in Europa mehr als 30 Millionen Kinder und Erwachsene zu leiden haben. Michaela Schedel, Projektkoordinatorin und Forscherin des Projekts Asthma AND Ormdl3, konzentrierte sich auf ein spezielles Gen mit der Bezeichnung Ormdl3 in einem der Chromosomen, den DNA-Ketten im Zellkern, in denen die genetische Information kodiert ist. Frühere Studien ließen bereits ahnen, dass Ormdl3 eine Rolle spielen könnte, aber die Beweise waren uneindeutig. "Nun müssen wir mehr als je zuvor Einblicke in die Funktion neuartiger, mit Asthma in Verbindung stehenden Genen gewinnen", betont Dr. Schedel. "Aufgrund der Komplexität dieser Erkrankung versteht man viele der zugrunde liegenden Mechanismen noch nicht wirklich gut. Deshalb verfolgen wir mit diesem Projekt das Ziel, unser Wissen über die biologische Funktion von Ormdl3 zu verbessern, da über die Rolle dieses Proteins wenig und über dessen Einfluss auf die Entstehung von Asthma noch weniger bekannt ist." Ursachen von Asthma verstehen Asthma ist die am häufigsten auftretende chronische entzündliche Atemwegserkrankung, deren Prävalenz in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat. Die Symptome können mild bis lebensbedrohlich ausfallen. Und obwohl europäische Kinder und Erwachsene Zugang zu immer besseren therapeutischen Maßnahmen haben, sind tödlich verlaufende Asthmaanfälle immer noch an der Tagesordnung. "Betrachtet man diese Aspekte, so ist Asthma unbestreitbar eines der schwerwiegendsten gesundheitlichen Probleme unserer modernen Gesellschaft", legt Dr. Schedel dar. Genetische Suszeptibilität und Umweltfaktoren stehen seit langem im Verdacht, die Entstehung von Asthma zu verursachen. Der wissenschaftliche Fortschritt verlief jedoch aufgrund der Einschränkungen durch verschiedene experimentelle Ansätze oft nur langsam. Eine Tatsache, der sich dieses Projekt angenommen hat. Innerhalb des Projekts setzte man auf verschiedene experimentelle Ansätze am Menschen und auf Mausmodelle zu experimentellem Asthma. "Es ergaben sich Beweise dafür, dass Ormdl3 eine funktionale Rolle bei der Entstehung von Asthma spielt und potenziell relevant für die Immunregulation in frühen Jahren ist", erklärt Michaela Schedel. "Faszinierenderweise konnten wir eine Anzahl neuartiger Ormdl3-Proteinwechselwirkungspartner identifizieren, die wahrscheinlich an immunologisch relevanten Signalwegen zur Regulierung von Asthma beteiligt sind." Bereit für die nächste Herausforderung Dr. Schedel vertritt mit Leidenschaft die Ansicht, dass die Gesundheitsexperten bei der Behandlung und auch einer Prävention dieser Krankheit unterstützt werden müssen. Mehr Wissen über die mögliche Entstehung von Asthma stellt einen entscheidenden Durchbruch dar, aber der Erfolg dieses Projekt birgt nun gleichermaßen auch neue Herausforderungen. Wie bei vielen Erkenntnissen in Bezug auf Krankheiten mit genetisch bedingter Anfälligkeit gibt es einen Engpass beim Übergang zum nächsten Schritt, nämlich dem Nachweis von Zusammenhängen zwischen Gen und Funktion. Dr. Schedel teilt mit, dass der Zusammenhang zwischen den funktionellen Eigenschaften von Ormdl3 und der Aktivierung der immunregulatorischen Zellen weitgehend im Dunklen bleibt. Sie ist jedoch überzeugt, dass der duale Ansatz der Analyse der Ormdl3-Funktion und -Regulation beim Menschen und bei Mäusen dazu beitragen wird, unser derzeitiges Wissen über Ursachen und Mechanismen einer Atemwegserkrankung wie Asthma voranbringen wird. Das Projekt wurde im Rahmen der Marie-Curie-Maßnahmen finanziert. Dieser EU-Forschungsfonds verschafft den Forscherinnen und Forschern die Chance, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Es trug zu einem umfangreichen Wissenstransfer bei und unterstützte die Herstellung enger Beziehungen zu einem führenden Zentrum für Atemwegsprobleme in den USA. Durch die Finanzhilfe konnte sich Dr. Schedel überdies als eine unabhängige Forscherin etablieren. Nach ihren Angaben wird man in den nächsten Schritten bestimmen, wie und in welchem Umfang diese Erkenntnisse bei der zukünftigen Entwicklung neuartiger Präventions- und Therapiestrategien Anwendung finden können. Nur auf diese Weise werden wir unser Wissen auf einen höheren Stand bringen können, um die Belastung durch dieses globale Gesundheitsproblem substanziell reduzieren und die Lebensqualität der Asthmatiker in Europa wie auch weltweit verbessern zu können. - Vollständige Bezeichnung des Projekts: "Understanding of Ormdl3 biology will provide novel insight into the pathogenesis of asthma" - Projektakronym: Asthma AND Ormdl3 - Projektwebsite Asthma AND Ormdl3 - Projektreferenznummer: 236137 - Name/Land des Projektkoordinators: Medizinische Hochschule Hannover, Deutschland - Gesamtprojektkosten 174 087 EUR - Beitrag der EK: 174 087 EUR - Projektbeginn/-ende: Mai 2009 bis Juli 2011 - Weitere Partnerländer: Deutschland, Vereinigte Staaten