Kommission lanciert Forschungsprogramm für Minenräumung
Die Europäische Kommission wird in Kürze ein Forschungsprogramm lancieren, das Minenräumung sicherer und schneller machen soll. Die Forschung wird einen Beitrag zu den realen Erfordernissen der humanitären Organisationen leisten, die an der Räumung von Schützenminen und Panzerabwehrminen auf der ganzen Welt beteiligt sind. Im Rahmen von Konflikten gelegte Landminen bleiben Jahre nach dem Ende des eigentlichen Konfliktes eine Gefahr für Zivilisten, jedes Jahr werden etwa 26.000 Menschen durch sie getötet und weitaus mehr Menschen verletzt. Man schätzt, daß es in den ehemaligen Kriegszonen auf der ganzen Welt etwa 125 Millionen unbeseitigte Landminen gibt. Minenräumung ist eine mit peinlicher Genauigkeit durchzuführende und gefährliche Aktivität, bei der die Kosten für die Aufspürung die Kosten der Minenproduktion um das 150fache übertreffen. Die neue Initiative der Kommission soll neue Technologien zur Suche, Identifizierung und Entschärfung von Landminen nutzen. Beispiele für diese Anwendungen umfassen die Verbesserung von Minenfeldstudien, die Analyse von Daten aus Mehrfachstudien zur Aufspürung und Identifizierung einzelner Minen, die Verwendung von Datenbanken für geographische Information zum Vergleich und zur Sicherung aller über Minenfelder und Minenräumung vorliegenden Information. Das Budget des neuen Programms beträgt 15 Millionen ECU und untersteht dem Management des ESPRIT-Programms mit technischer Unterstützung durch die gemeinsame Forschungsstelle. Die Einzelheiten des Programms werden am 26. November 1997 in Brüssel in einem Workshop auf der EITC 97, der ESPRIT-Jahreskonferenz, erörtert. Es wird erwartet, daß im Anschluß an die Definition der Themenbereiche im März 1998 ein Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen lanciert wird.