Beitrittsländer rücken Forschungsfragen in den Mittelpunkt
Laut den Forschungsministern von fünf Beitrittsländern, die sich am 17. September in Bled und Brdo, Slowenien, trafen, sollten im künftigen Sechsten Rahmenprogramm (RP6) Angelegenheiten, die die Beitrittskandidaten betreffen, mehr im Mittelpunkt stehen. Außerdem sollte eine Konsolidierung der Forschungsinfrastrukturen dieser Länder erfolgen. Die Forschungsminister der Tschechischen Republik, von Ungarn, Polen und der Slowakischen Republik, die so genannten "Visegrad 4", trafen mit dem slowenischen Forschungsminister zusammen, um die Auswirkungen des bevorstehenden RP6 und des vorgeschlagenen EFR (Europäischer Forschungsraum) zu diskutieren. Sie kamen zu dem Schluss, dass es Unterstützungsmaßnahmen für die Forschungsinfrastrukturen der Beitrittsländer geben müsse, um die Ziele des RP6 zu fördern. "Eine Verbesserung der Forschungsinfrastrukturen der beitrittswilligen Länder ist Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme an Projekten und die Mobilität von Forschern in Europa in beide Richtungen", war ihr Fazit. Die Unterstützungsmaßnahmen für ihre Infrastruktur wären insbesondere für die größeren Instrumente im RP6, wie integrierte Projekte und Spitzenforschungsnetze, hilfreich. Laut den Ministern sollten die finanziellen Aspekte der Teilnahme am RP6 auch bei den Verhandlungen über die Assoziationsabkommen angesprochen werden. Sie meinten, Themen im Zusammenhang mit der Erweiterung könnten auch in die RP6-Priotitäten (in Priorität 8) aufgenommen werden. Sie möchten auch, dass mehr sozioökonomische Aktionen sowie speziellere Maßnahmen zur Verbesserung der Beteiligung von KMU (kleine und mittlere Unternehmen) in das RP6 aufgenommen werden und die Aufenthaltsdauer von Forschern im Ausland zwischen drei und 24 Monaten liegen kann. Nach Meinung der Minister sollte der EFR mehr Aktionen auf die Beitrittskandidaten ausweiten. Sie betonten auch, dass eine bessere Vernetzung von F&E (Forschung und Entwicklung)-Institutionen in den Beitrittsländern erforderlich sei. Sie fügten hinzu, dass mehr bilaterale Abkommen zwischen dieser Gruppe von Ländern notwendig seien sowie mehr Unterstützung bei der Projektvorbereitung. Die Minister sagten, sie wüssten die Bemühungen zu schätzen, die Beitrittsländer in das bestehende Fünfte Rahmenprogramm (RP5) zu integrieren. Sie äußerten jedoch ihre Besorgnis über die nicht zufriedenstellende "Erfolgsrate der Beteiligung" dieser Länder und Nutzung der RP5-Ergebnisse. Außerdem sollten den südosteuropäischen Ländern, die nicht zu den Beitrittskandidaten zählen, mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung gewidmet werden. Die Minister verpflichteten sich, "Visegrad 4"-Treffen, von denen dieses das dritte war, regelmäßig stattfinden zu lassen. Die Minister riefen auch alle Beitrittsländer dazu auf, eine Stellungnahme bezüglich dieser Themen zu formulieren.