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Mit vereinten Kräften Belastungen aus Strahlungsangriffen bewältigen

Trotz einer durchaus steigenden Bedrohung durch große Strahlungsnotfälle sind die Standorte in Europa schlecht ausgerüstet, um ein Screening von vielen potenziellen Opfern zu bewältigen. Eine EU-Initiative baut nun ein EU-weites Netzwerk auf, um die Kapazitäten der individuellen Dosisabschätzung und -bewertung zu verbessern.

Industrielle Technologien

Bis vor kurzem waren Biodosimetrielaboratorien in Europa mit der Verarbeitung biologischer Proben von Opfern kleinerer Ereignisse vertraut. Mit der Freisetzung von radioaktiven Stoffen bei einem großangelegten Terroranschlag wären diese Labors überfordert. Um dieses Problem anzugehen, baute das EU-finanzierte Projekt RENEB (Realizing the European network in biodosimetry) ein nachhaltiges europäisches Netzwerk zur Unterstützung von Abwehr- und Reaktionsbereitschaft in Notfällen durch effiziente und zuverlässige biologische Dosisabschätzung auf. Es vereint 23 Labors und Einrichtungen in 16 Mitgliedstaaten, die genaue und bewährte Methoden der Biodosimetrie auf Grundlage biologischer Proben und/oder inerter personalisierter Geräte durchführen. Während des ersten Berichtszeitraums schufen die Projektmitglieder nach einem Vergleich sechs etablierter biodosimetrischer Werkzeuge, die derzeit im Einsatz sind, eine operative Basis für das Netzwerk. Diese Verfahren wird man in den teilnehmenden Laboratorien vereinheitlichen und harmonisieren, um gleichermaßen zuverlässige und präzise Resultate zu erzielen. Man legte Strategien zugrunde, um Wachstum und Verbesserungen des Netzwerks zu begleiten sowie neue Netzwerkpartner zu integrieren. So kamen vier potenzielle Mitglieder für das Konsortium hinzu. Neue molekularbiologische Methoden und physikalische Techniken wurden als mögliche neue Instrumente zur Dosisabschätzung ermittelt. Auf die Forderungen der Mitglieder nach Aus- und Fortbildungsmaßnahmen hin wurde eine Umfrage durchgeführt. Auf dieser Grundlage stellte man die Notwendigkeit der Harmonisierung der Dosimetrieverfahren innerhalb des Netzwerks und der Entwicklung hoher Qualitätsstandards für langfristige regelmäßige Trainingsübungen fest. Eine weitere Umfrage ergab Schlüsselfaktoren, welche die effektive Zusammenarbeit in Notsituationen beeinflussen. Um die langfristige Nachhaltigkeit des Netzwerks zu begünstigen, zeigte ein Fragebogen die gemeinsamen Forschungsinteressen von Mitgliedern und Nichtmitgliedern auf. Zur Verbreitung und Förderung der Netzwerkaktivitäten wurde eine Internetseite erstellt. Es können Links zu internationalen Organisationen und nationalen Entscheidungsgremien nachverfolgt werden. Es sind Bemühungen im Gange, um mit nationalen und globalen Notfallvorsorgesystemen und -behörden sowie Einrichtungen der öffentlichen Gesundheit zu kooperieren. Durch Einbindung des Netzwerks in die EU-Notfallmanagementstruktur wird RENEB für den Fall eines weitgreifenden radiologischen Ereignisses in Europa die Notfallplanung und -abwehr verbessern.

Schlüsselbegriffe

Strahlung, Biodosimetrie, Notfallvorsorge, Dosisabschätzung, biologische Dosimetrievernetzung

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