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Ein neuartiger Spieler bei T-Zell-Antworten

Viele immunbedingte Krankheiten werden durch eine beeinträchtigte oder aberrante T-Zell-Funktion verursacht. Das Verständnis der T-Zell-Signalisierung ist eine große Herausforderung für die Bestimmung der Ätiologie der menschlichen Pathologien und die Entwicklung spezifischer Therapien.

Grundlagenforschung
Gesundheit

Eine kritische Komponente der immunologischen Antwort auf Fremdprotein ist die Aktivierung von T-Lymphozyten. Dies geschieht durch die Erkennung von peptidbelasteten MEMC-Molekülen durch den T-Zellrezeptor (TCR), der eine Reihe von nachgeschalteten Signalisierungsereignissen initiiert. Das Ergebnis dieses komplexen Signalisierungsnetzes ist die Aktivierung und Differenzierung von T-Zellen in Teilmengen mit spezifischer und angepasster Immunfunktion. Die Qualität, Dauer und die Stärke dieser Signale sind für T-Zell-Antworten von größter Bedeutung und kritisch für die Unterscheidung zwischen eigenen und fremden Antigenen und damit für die Kontrolle pathologischer Störungen. Auf dieser Basis untersuchte das von der EU finanzierte THEMIS-Projekt die Signalisierungsereignisse, die dem TCR nachgelagert auftreten und physiologische oder pathologische Immunantworten beeinflussen. Die Forscher schufen genetisch veränderte Mäuse mit einem Fehler im Signalmolekül THEMIS und analysierten den molekularen Mechanismus der T-Zellreaktionen. Ihre Arbeit zeigte, dass dieses Protein während der T-Zell-Entwicklung im Thymus sowie bei der Verbesserung der TCR-Signalisierung bei positiver Selektion eine kritische Rolle spielt. Experimente lieferten wichtige Informationen über die Struktur, Regulierung und molekulare Interaktion dieses Proteins mit anderen Proteinpartnern. Man erhielt einen weiteren Einblick in die Rolle von THEMIS2 in der B-Zell-Entwicklung, während für ein zusätzliches Protein, Lis1, das für seine Rolle in der neuronalen Migration bekannt ist, entdeckt wurde, dass es eine entscheidende Rolle in der T-Zell-Entwicklung spielt. Aktuelle Beweise deuten darauf hin, dass THEMIS eine gewisse Rolle in der Anfälligkeit für Multiple Sklerose und entzündlicher Darmerkrankung besitzt, obwohl seine genaue Rolle bei der Entstehung dieser Pathologien nicht aufgeklärt wurde. Die zukünftige Arbeit am THEMIS-Protein zu diesen Erkrankungen wird klären, ob es sich um eine direkte Wirkung einer beeinträchtigten T-Zell-Funktion oder um einen sekundären Effekt aufgrund der verringerten Anzahl von T-Zellen in lymphatischen Organen handelt. Dennoch taucht das THEMIS-Protein als neuer Akteur in der T-Zell-Funktion auf und kann als neuartiges therapeutisches Ziel bei immunvermittelten Erkrankungen dienen.

Schlüsselbegriffe

T-Zelle, TCR, THEMIS, Lis1, Multiple Sklerose

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