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Meso and Sub-mesoscale Physico-biogeochemical Dynamics in a Coastal NW Mediterranean Sea: Quantifying and Understanding Ecosystem Structure and Transport

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Ozeanische Prozesse am Löwengolf 

Unser Wissen über die ozeanischen Prozesse entlang unserer Küsten ist unvollständig – trotz ihrer Nähe. EU-Wissenschaftler untersuchten die dominierenden biologischen und physikalischen Prozesse im Golfe du Lion (im Deutschen auch als Löwengolf bezeichnet) an der französischen Mittelmeerküste.  

Lebensmittel und natürliche Ressourcen

Schelf- und Küstenregionen sind Gebiete mit hoher biologischer Produktivität und vielen biogeochemischen Zyklen. Allerdings bedeutet die Nähe dieser Gebiete zu menschlichen Siedlungen, dass sie auch stark unter menschlichen Aktivitäten leiden. Trotz der Nähe zu uns wissen wir über Schelf- und Küstenregionen – vor allem über ihre Funktionsweise und Prozesse – noch relativ wenig. Dies liegt daran, dass Modelle der allgemeinen Ozeanzirkulation keine natürlichen Prozesse im Maßstab der Küstenmeere darstellen. Um die Dinge weiter zu komplizieren, können Satellitenschätzungen der Primärproduktion unzuverlässig sein. Die EU-finanzierte Initiative SEAQUEST (Meso and sub-mesoscale physico-biogeochemical dynamics in a coastal NW Mediterranean Sea: Quantifying and understanding ecosystem structure and transport) wählte einen interdisziplinären Ansatz zur Untersuchung ozeanischer Prozesse im Löwengolf. Diese Region ist sehr produktiv und ein wichtiger Nahrungslieferant für Fische, Vögel und Säugetiere – sowohl für heimische als auch für wandernde Arten. Ein besonderer Schwerpunkt von SEAQUEST lag auf der Nordströmung. Diese Strömung verläuft entlang des Kontinentalhangs des Löwengolfs und ist dort die dominierende Zirkulationsfunktion. Für ihre Studie nutzten die Wissenschaftler zwei Ansätze. Sie verwendeten hochauflösende, gekoppelte 3D-Modellierung und Beobachtungsdaten von Schiffen, Satelliten und Radaren. Die Projektforscher sammelten in situ-Daten während einer bestimmten Forschungsfahrt (Bericht) während einer Mistral-Periode. Der Mistral ist ein starker, kalter Nordwind im Löwengolf. Der Mistral führte zu einer vorübergehenden Schwächung und zum Abschwung der Nordströmung, was die Grenzen zwischen den normal sehr unterschiedlichen biogeochemischen Provinzen, die durch diese Strömung geschaffen wurden, verwischt. Sobald der Mistral nachgelassen hatte, etablierte sich die Strömung wieder. Eine weitere Analyse und Modellierung wird dazu beitragen, die Auswirkungen auf den Cross-Shore-Transport und das Ökosystem insgesamt zu erklären. SEAQUEST liefert Einblicke in die Ökosystemfunktion und in biogeochemisch-physikalische Prozesse im Löwengolf - einem wichtigen und produktiven Küstengebiet in Europa. Die Ergebnisse werden für verschiedene Interessengruppen in diesem Bereich, etwa für lokale Behörden und Entscheidungsträger, relevant sein.

Schlüsselbegriffe

Ozeanische Prozesse, Löwengolf, biogeochemisch, SEAQUEST, Nordströmung   

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