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Increased Safety and robust certification for ditching of aircrafts and helicopters

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Innovative Simulationswerkzeuge für eine sanftere Landung bei der Notwasserung von Flugzeugen

Das EU-finanzierte Projekt SARAH setzt Simulationswerkzeuge ein, um eine höhere Sicherheit für Flugzeuge und Hubschrauber bei einer Notwasserung zu erreichen.

Verkehr und Mobilität

Notwasserungen, also die kontrollierte Notlandung eines Flugzeuges auf dem Wasser, passieren nur selten. Aber die Landung eines Airbus A320 auf dem Hudson in New York City im Jahr 2009 zeigt, es kommt vor. Wenngleich dieses Ereignis für immer als das „Wunder auf dem Hudson“ in den Gedächtnissen bleiben wird, bedarf es für eine erfolgreiche Notwasserung keines göttlichen Eingriffs. Wie das EU-finanzierte Projekt SARAH (Increased Safety and robust certification for ditching of aircrafts and helicopters) belegt, können das Vorhandensein guter Simulationswerkzeuge und ein genaues Verständnis aller Faktoren, die die Wechselwirkung mit dem Wasser beeinflussen, einen großen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit von Flugzeugen und Hubschraubern, die eine Notwasserung vornehmen müssen, leisten. „Unser Ziel ist es, zuverlässigere und genauere Simulationen der Notwasserungen von Flugzeugen und Hubschraubern, gestützt auf verbesserte Methoden und Technologien, zu konzipieren“, sagt der Projektkoordinator des Projektes SARAH Stephan Adden. Experimente und Simulationen Als Expertenrunde, die sich zusammensetzt aus Flugzeugherstellern, kleinen und mittleren Unternehmen, die sich auf Softwarelösungen spezialisiert haben, sowie Forschungseinrichtungen, und die von der europäischen Zertifizierungsstelle für Luftfahrt unterstützt wird, möchte das Projekt SARAH ganzheitliche, auf Simulationen beruhende Ansätze für die Analyse und natürlich die Optimierung von Notwasserungen entwickeln. „Anhand von Experimenten und äußerst zuverlässigen Simulationen stellen wir eine Notwasserung nach, von der wir uns versprechen, dann besser zu begreifen, wie sich Flugzeuge und Hubschrauber in einer solchen Situation verhalten“, erklärt Adden. Die Experimente sollen Aufschluss über die Mechanismen geben, welche bei Notlandungen von Hubschraubern ablaufen. Dazu lassen die Forscher gegenständliche Hubschraubermodelle unter verschiedenen Voraussetzungen auf den riesigen Ozeanbecken notwassern, die sich in der Forschungseinrichtung „Centrale Nantes“ befinden. Auf der Simulationsseite erstellen die Forscher innovative Methoden, die alle bei einer Notlandung auf dem Wasser auftretenden physikalischen Phänomene aufnehmen und nachbilden. „Diese Arbeiten werden die Konzeption der nächsten Generation an Flugzeugen und Hubschraubern beeinflussen, Piloten das Durchführen einer Notwasserung erleichtern und bei der Gestaltung europäischer Verordnungen eine Hilfe sein“, sagt Adden. Bedingungen festlegen, Möglichkeiten ausweiten Es erübrigt sich zu erwähnen, dass allein die Durchführung solcher Experimente an sich schon eine große Leistung ist. Für die Simulation der Wechselwirkung mit dem Wasser gibt es kaum Testdaten, geeignete Testanlagen sind rar, es gestaltet sich schwierig, passende Verkleinerungsmaßstäbe zu finden und Tests mit Objekten in Originalgröße durchzuführen, ist nahezu unmöglich. Das bedeutet, dass im Rahmen des Projektes SARAH zunächst vorhandene Testanlagen ausgebaut und verbessert werden mussten, damit an diesen die erforderlichen Testmaßnahmen durchgeführt werden konnten. „Es ist schwierig, Maßnahmen dieser Art im Voraus durchzuplanen und im Laufe der Arbeiten treten unvorhergesehene Probleme auf“, erklärt Adden. „Aber dank dem Geschick unserer Arbeitsgruppe waren wir in der Lage, passende Testbedingungen für das Projekt festzulegen und unsere Simulationseinrichtungen zu optimieren, wodurch wir der Luftfahrtbranche bald zuverlässige Ergebnisse liefern können.“ Obwohl das Projekt erst im September 2019 enden soll, kann es bereits jetzt beachtliche Ergebnisse vorweisen. Im Oktober 2018 weihten die Wissenschaftler eine Testeinrichtung für Notwasserungen bei hohen Geschwindigkeiten im CNR-INM in Rom ein und im Dezember 2018 fand eine Informationsveranstaltung statt, bei der die Möglichkeiten vorgestellt wurden, die die Testanlage für Hubschrauber-Notlandungen auf dem Wasser in Nantes eröffnet. Beide Einrichtungen stehen sowohl der Luftfahrtbranche als auch der akademischen Welt für Tests zur Verfügung. Einige Vorführungen und technische Seminare haben bereits stattgefunden. „Anhand der Daten, die wir beim Projekt SARAH gewinnen, werden Flugzeughersteller Flugzeuge und Drehflügler derart konzipieren, dass sie einem kontrollierten Aufkommen auf Wasser besser standhalten“, fügt Adden hinzu. „Darüber hinaus wird es dank der bei SARAH entwickelten technischen Neuerungen möglich sein, das Verletzungsrisiko von Passagieren und Besatzung zu minimieren und die Evakuierung des Flugzeuges auf eine sicherere Art und Weise durchzuführen.“

Schlüsselbegriffe

SARAH, Notwasserung, Notlandung, Notlandung von Flugzeugen im Wasser, Wasserung

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