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Auf dem Weg zu einem sichereren und stabileren europäischen Eisenbahnsektor

Das EU-finanzierte Projekt PLASA hat große Fortschritte bei der Verbesserung der Kundenzufriedenheit sowie der Erhöhung der Systemstabilität und des Sicherheitsniveaus des europäischen Eisenbahnsektors erzielt.

Verkehr und Mobilität
Sicherheit

Als Teil des Programms Shift2Rail „zielte das Projekt PLASA darauf ab, den europäischen Eisenbahnsektor zu stärken, indem die Planungsaktivitäten verschiedener Interessengruppen durch eine präzise Eisenbahnsimulation verbessert und eine Risikobewertungsmethode zur Überwachung ihrer Sicherheit bereitgestellt wurde“, erklärt Projektkoordinatorin Ying Löschel von der Deutsche Bahn AG. Intelligente Planung ist alles In Europa werden verschiedene Planungsinstrumente für die Simulation des Bahnbetriebs verwendet. Dies führt zu nicht harmonisierten Ergebnissen mit einer Datenlandschaft ohne geeignete Datenschnittstellen zwischen den Ländern. Darüber hinaus gibt es auch kein implementiertes Werkzeug, das mit hoher Detailgenauigkeit simulieren oder für große Netze genutzt werden kann. Um dieses Problem anzugehen, sammelte PLASA Informationen über intelligente Planungsansätze, Maßnahmen und vorhandene Analysen von Störungen und Wechselbeziehungen zwischen den europäischen Eisenbahnnetzen. Die Forscher von PLASA entwickelten im Rahmen ihrer Arbeit einen makroskopischen Ansatz zur Reduzierung der Ausführungszeit, der die Detailgenauigkeit auf hochrangige Beziehungen zwischen wichtigen Ereignissen beschränkt. Löschel hebt hervor: „Mit diesem Ansatz können wir einen kompletten Betriebstag für das gesamte deutsche Netz mit rund 40 000 Zügen unter einer Minute Rechenzeit simulieren.“ Der getestete Ansatz scheint genaue Ergebnisse in Bezug auf Verspätungen zu ermöglichen. Bei der Genauigkeit besteht zwar noch Verbesserungspotenzial, doch im Großen und Ganzen sieht der neue Ansatz vielversprechend aus und soll durch ein weiteres Shift2Rail-Projekt, PLASA 2, eingehender bewertet werden. Untersuchung der Sicherheit Die Festlegung eines möglichen verbesserten Verfahrens zur Überwachung der Sicherheit des Eisenbahnsystems auf der Grundlage einer Risikobewertung war eine Priorität von PLASA. Ein solches Verfahren würde „leitende Verwaltungsangestellte dabei unterstützen, kritische Sicherheitsentscheidungen im täglichen Betrieb und in der Konstruktionsphase zu treffen“, betont Löschel. Das Projekt untersuchte zudem auch die Funktionen des Systems und das menschliche Verhalten, um reale Szenarien besser darstellen zu können. PLASA entwickelte ein Entscheidungsmodell, das auf drei Anwendungsfälle angewendet wurde. Die Ergebnisse waren vielversprechend und zeigten die Relevanz und den Mehrwert des Ansatzes. Außerdem verdeutlichten sie, wie dieser auf eine Vielzahl von Eisenbahnanwendungen angewendet werden kann. Überwindung der Hürden Löschel hebt hervor: „Es gab Schwierigkeiten bei der Sammlung von Sicherheitsdaten und -statistiken, da die Eisenbahnbetreiber diese Informationen als vertraulich einstufen.“ Sie stellt außerdem fest, dass „die von der Eisenbahnagentur der Europäischen Union erfassten gemeinsamen Sicherheitsindikatoren interessant und nützlich, aber nicht detailliert genug sind.“ Zur Lösung dieses Problems wurden einige Hypothesen angenommen, um so den Mangel an Daten auszugleichen. Da diese jedoch den Grundsatz des Ansatzes nicht in Frage stellen, sollten sie zu einem späteren Zeitpunkt erneut geprüft und ausgiebig getestet werden, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse für die Anwendungsfälle zuverlässig sind. Wie es weiter geht Die im Rahmen von PLASA durchgeführten Arbeiten werden in PLASA 2 fortgesetzt. Das Projekt wird das von seinem Vorgänger entwickelte Simulationswerkzeug erweitern, um ein breiteres Spektrum an Szenarien abzudecken. Im nächsten Schritt sollen die Vorteile der Bewertung von Möglichkeiten zur Kombination des makroskopischen Modellierungsansatzes von PLASA mit einer klassischen mikroskopischen Eisenbahnsimulation vereint werden. Außerdem sollen die Anforderungen an ein intelligentes Planungsinstrument aufgezeigt werden, mit dem die tägliche Entscheidungsfindung unterstützt werden könnte. Die französischen Staatseisenbahnen werden ebenfalls die von PLASA geleistete Sicherheitsarbeit fortsetzen. Schließlich soll ein Instrument zur Unterstützung der Entscheidungsfindung basierend auf dem innerhalb des Projekts entwickelten Modells für einen der Anwendungsfälle entworfen und die Quantifizierung der menschlichen Zuverlässigkeit weiter untersucht werden.

Schlüsselbegriffe

PLASA, Sicherheit, europäischer Eisenbahnsektor, Risikobewertung, intelligente Planung, Shift2Rail

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