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Recycling von Teppichmaterial

Teppichreste und Altteppiche sowohl aus Haushalten als auch aus der Industrie wandern heute meist auf Deponien oder werden in Müllverbrennungsanlagen beseitigt. Die Europäische Gemeinschaft ist jedoch bestrebt, die Deponieentsorgung von Müll innerhalb der nächsten Jahre allmählich zu beenden und will statt dessen die Wiederverwertung sowie das chemische und thermische Recycling von Abfällen fördern. In Anbetracht dieser notwendigen Maßnahmen zum Umweltschutz wurde das Projekt RECAM (Recycling of Carpet Materials) ins Leben gerufen. Ziel des Projekts war die Entwicklung eines ökologisch tragbaren und langfristig kosteneffektiven Abfallmanagementsystems für das Recycling von Teppich-Altmaterial.

Klimawandel und Umwelt

Jedes Jahr werden in der Europäischen Gemeinschaft durchschnittlich 1,6 Millionen Tonnen Teppich-Altmaterial deponiert oder über Müllverbrennungsanlagen entsorgt. Es ist jedoch zu erwarten, dass die Deponierung in den nächsten Jahren immer weiter eingeschränkt und letztlich nur noch für umweltfreundliche Abfälle zugelassen sein wird. Ohne die Entwicklung von alternativen Systemen für eine sachgemäße Entsorgung von Teppichabfällen wird die Verbrennungstechnologie daher künftig die einzige - wenn auch sehr kostspielige - Lösung sein. Hinzu kommt, dass nach den Vorgaben der Europäischen Kommission in Zukunft die Wiederverwertung sowie das chemische und thermische Recycling von Abfällen erste Priorität haben werden. Teppiche bestehen aus verschiedenen wertvollen Rohstoffe wie z.B. Polymeren, Naturfasern (Wolle) und anorganischen Füllstoffen (Kreide). Zur Verwertung von Alttepichen wurde jetzt ein kosteneffektives und umweltfreundliches Abfallmanagementsystem mit dem Akronym RECAM entwickelt. Dabei handelt es sich um ein nachhaltiges und in sich geschlossenes Recycling-System, das die Verwertung von Altmaterialien (entweder durch Wiederaufarbeitung, als chemisches Einsatzmaterial oder als Energiequelle) gestattet. Es dient nicht nur dem Umweltschutz, da es die Emissionen senkt und weniger nicht erneuerbare natürliche Ressourcen verbraucht, sondern ist auch unter wirtschaftlichen wie technologischen Aspekten durchführbar und damit langfristig wettbewerbsfähig. Im Projekt konnte nachgewiesen werden, dass die Kosten für die Beseitigung von Altteppichen bei einer vollständigen Implementierung des RECAM-Systems um 30% gesenkt werden konnten. Das System eignet sich außerdem zur Rückgewinnung von Energie, wenn Teppichresten als alternative feste Brennstoffe zur Beschickung von verfahrenstechnischen Anlagen (hauptsächlich Zement-Brennöfen und kohlebefeuerten Kraftwerken) verwendet werden. Mit einem derartigen Recycling von schätzungsweise einer Million Tonnen Altteppichen pro Jahr könnte sich eine Menge an fossilen Brennstoffen einsparen lassen, deren Energieinhalt dem durchschnittlichen Energieverbrauch von 100.000 Haushalten entspricht. RECAM ist ein Komplettsystem, das alle notwendigen Schritte beinhaltet - von der Abfallsammlung und Logistik über Technologien zum Kennzeichnen, Sortieren, Reinigen, Zerkleinern, Separieren und Reinigen der Materialkomponenten bis hin zum eigentlichen Recycling wertvoller Materialien und zur Energierückgewinnung aus dem Restmüll. Diese hoch innovative Technologie kann der Verwertung von Produkten nach Ablauf ihrer Nutzungslebensdauer neue Horizonte eröffnen.

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