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Diabetes als Ursache für Herzfehlbildungen

In Europa sind Diabetes und damit verbundene Komplikationen die vierthäufigste Todesursache überhaupt. Mit der zunehmenden Zahl von Diabetesschwangerschaften verschärft sich die Situation und fordert schnellen Handlungsbedarf seitens der Forschung.

Gesundheit

Das Projekt DIABETIC EMBRYOPATHY (Molecular mechanisms in diabetic embryopathy) untersucht, wie sich Diabetes in der Schwangerschaft auf den Embryo auswirkt. Bislang geht man davon aus, dass sich damit das Risiko für Fehlbildungen und Fehlfunktionen des Herzens erhöht, und obwohl Herzfehlbildungen gut dokumentiert sind, ist noch wenig über deren molekulare Ursachen bekannt. Ziel war es, Prozesse, die zur Entstehung kardiovaskulärer, diabetesbedingter Fehlbildungen führen, auf molekularer Ebene an embryonalem Gewebe und Zelltypen zu analysieren. Die Ausgangshypothese war, dass Diabetes in der Schwangerschaft die Genexpression so verändert, dass die normale Herzentwicklung gestört wird. An einem Mausmodell analysierte das Projekt Störungen der embryonalen Herzentwicklung während einer Diabetesschwangerschaft. Das Risiko einer Herzfehlbildung lag bei diesen Embryos um 17% höher als bei nicht Diabetes-exponierten Embryos. Kardiovaskuläre Fehlbildungen manifestierten sich in Blutungen und Ödemen sowie strukturellen Fehlbildungen am Organ. In genomweiten Expressionsstudien wurde bestätigt, dass vor allem Unterbrechungen des regulären Gentransfers die Embryonalentwicklung stören können. Einer dieser Transkriptionsfaktoren, der dafür verantwortlich ist, ist HIF1a (hypoxia-inducible factor 1 alpha). Die Studie ergab einen 20%igen Anstieg bei angeborenen Defekten sowie signifikante Veränderungen in der Genexpression von HIf1a+/-Embryos, wenn die Mutter diabeteskrank war, was auf HIF1-aktivierte Signalwege als möglichen Schlüsselfaktor für angeborene Fehlbildungen in Folge einer Diabetesexposition hindeutet. Die Ergebnisse verschiedener Studien des Projekts wurden auf der 49. Jahreskonferenz der Gesellschaft für Teratologie (2009), in zwei Artikeln im Journal of Applied Physiology (2010) sowie auf einer Posterpräsentation in Keystone, Colorado, Vereinigte Staaten, (2010) vorgestellt. DIABETIC EMBRYOPATHY soll dazu beitragen, aktuelles Wissen zu Entwicklungsstörungen bei Diabetesschwangerschaften und Diabetes-assoziierten Erkrankungen im Erwachsenenalter zu erweitern.

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Gesundheit

5 Oktober 2020