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Nachhaltige Entwicklung in der Kaspischen Meerregion

Internationale Wissenschaftler vereinten ihre Kräfte, um einen Informationsdienst für die Region um das Kaspische Meer zu entwickeln. Mit Zugriff auf standardisierte Daten sollte die wirtschaftliche Entwicklung mit geringer Auswirkung auf die Umwelt vorangetrieben werden können.

Digitale Wirtschaft

Das Kaspische Meer ist die größte von Land umschlossene Wasserfläche der Erde. Es umfasst ein einzigartiges Meeresökosystem, das sich mehr und mehr dem Druck durch Überfischung, Umweltverschmutzung und Tätigkeiten in Zusammenhang mit der Öl- und Gasförderung ausgesetzt sieht. An das Meer grenzen fünf Länder an: Aserbaidschan, Iran, Kasachstan, Russland und Turkmenistan. Sie haben unterschiedliche politische und soziale Systeme, die sich alle vor einen ähnlichen Kampf zur Wiedereinrichtung wirksamer administrativer und ökonomischer Systeme gestellt sehen. Darüber hinaus teilen sie sich den gemeinsamen Wunsch nach dem Schutz des Naturerbes des Kaspischen Meers. Ein großes Konsortium besorgter Wissenschaftler initiierte das EU-finanzierte Projekt "Caspian environmental and industrial data & information service" (CASPINFO). Das Projektziel lag im Ausbau der Datenerhebungs- und -verwaltungskapazitäten, die Interessenvertreter benötigen, um die Probleme der Region anzugehen. Hierzu sollte zuerst eine Definition der Systemanforderungen gewonnen werden. Zu diesem Zweck bildeten Wissenschaftler ein Netzwerk aus Interessenvertretern, einschließlich Meeresschützern, Politikern, der Gas- und Ölindustrie und internationalen Organisationen. Die außerordentlich gute Kooperation führte zur Bildung von Archiven mit aktuellen sozioökonomischen, rechtlichen und wissenschaftlichen Daten sowie Metadaten. Darüber hinaus führte sie zu gegenseitigem Verständnis und Respekt zwischen der Industrie und Umweltschützern hinsichtlich Vorgehensweisen zur Einschränkung der negativen Auswirkungen auf die Umwelt. Die gewährleistete Kompatibilität zu anderen Meeresprojekten und Datensystemen ist ein großer Segen sowohl für die internationale Forschung als auch für lokale Gemeinschaften. Die Protokolle, Normen und Formate richteten sich alle nach denen der Projekte SEADATANET und BLACK SEA SCENE des EU-Rahmenprogramms (RP) in Bezugnahme auf das Kaspische Meer. Dieses Projekt ist jedoch einzigartig, da es auch umweltunabhängige Informationen umfasst. Die Position der Gas- und Ölinstallationen, die rechtlichen Aspekte, wie zum Beispiel die Lizenzierung, sowie die sozioökonomischen Daten aus öffentlichen und privaten Einrichtungen, die sich mit der Verwaltung des Meeresökosystems beschäftigen, setzen ein Beispiel, das sicher auch für andere Bereiche von Interesse sein wird. CASPINFO lieferte ein ausschlaggebendes, aktuelles Datenarchiv mit Informationen über das Kaspische Meer und knüpfte ein haltbares und produktives Netzwerk an Interessenvertretern. Diese Interessenvertreter können sich nun den zunehmenden Herausforderungen im Schutz dieses fragilen Ökosystems stellen und dabei zugleich die Wettbewerbsfähigkeit damit zusammenhängender Industrien bewahren, die von großer Bedeutung für die regionale Wirtschaft sind.

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