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Zusammenhang zwischen Umwelt und Gesundheit

Inwieweit Umweltschadstoffe Risiken für Schwangere, Mütter und Neugeborene bergen, soll nun genauer untersucht werden, um künftige Gesundheitsschutzstrategien zu verbessern.

Gesundheit

Luft- und Wasserschadstoffe gehören zu den größten Umweltrisiken und können die Gesundheit von Säuglingen und Kindern stark schädigen. Toxische Rückstände, UV-Strahlung, Tabakrauch, Wasserschadstoffe und Allergieauslöser sind nur einige der Risikofaktoren, die das fötale Wachstum und die kindliche Entwicklung gefährden. Oft sind sie Ursachen von Geburtsfehlern, Atemwegserkrankungen, Lern- und Verhaltensstörungen, niedrigem Geburtsgewicht und sogar Krebserkrankungen. All dies veranlasste die EU, sich intensiver mit dieser kostspieligen und lebensbedrohlichen Problematik auseinanderzusetzen. Das EU-finanzierte Forschungsprojekt ENRIECO (Environmental health risks in European birth cohorts) analysierte Expositionsdaten und Geburtskohorten, um Zusammenhänge zwischen Schadstoffen und möglichen Erkrankungen aufzudecken und tragfähige Entscheidungsgrundlagen zu schaffen, die Kinder vor Umweltschadstoffen schützen und damit verbundene sozioökonomische Kosten senken. Um diese Ziele zu erreichen, untersuchte das Projekt 350.000 Mutter-Kind-Paare aus 36 europäischen Geburtskohorten. Umfassend analysierte gesundheits- und expositionsbezogene Daten sowie biologische Proben wurden in Datenbanken und Protokollen erfasst. So kann in detaillierten Fallstudien die Expositions-Wirkungsfunktion ermittelt werden. Die umfangreichen Analysen berücksichtigten interessanterweise auch Schadstoffquellen, die bislang eher vernachlässigt worden waren, u.a. eine ganze Reihe biologischer Kontaminanten, Metalle, Pestizide und neuere Schadstoffe wie Flammschutzmittel. Auch die Auswirkungen von Lärm, hochfrequenten Feldern und Funkstrahlung jeder Art wurden in die Untersuchungen einbezogen. Die Daten wurden mit gesundheitlichen Problemen im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Krebs, Allergien und Asthma im Kindesalter, neurologisch bedingten Verhaltens-, kognitiven und Wachstumsstörungen bei Kindern wie auch Stoffwechsel- und hormonellen Störungen abgeglichen. ENRIECO ermittelte in den Geburtskohorten detailliert die Umweltexposition und führte eine Risikobewertung durch. Schlüsselfaktoren der Untersuchungen waren die berufliche Tätigkeit der Mutter und der Expositionszeitraum mit besonderem Schwerpunkt auf berufsbedingten Risiken. Die aus den Geburtskohorten extrahierten Daten zu Umweltschadstoffen und Krankheiten wurden in einer zentralen Online-Datenbank zur Expositions-Wirkungsfunktion für verschiedenste Krankheitsbilder zusammengefasst (siehe http://www.birthcohortsenrieco.net/). Alle Informationen wurden sorgfältig ausgewertet und an Interessenvertreter im Rahmen von Workshops, Pressemitteilungen und anderen Medien übermittelt, was die Arbeit von Forschern, öffentlichen Gesundheitsbehörden und politischen Entscheidungsträgern in ganz Europa vereinfachen wird. ENRIECO ist damit die erste Initiative ihrer Art, die diese Informationen öffentlich zur Verfügung stellt und entsprechende Empfehlungen ausgibt.

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5 Oktober 2020