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Coastal Biomass Observatory Services

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Algenblüte aus dem Weltall überwachen

Biomassereiche Algenblüten können eine Gefahr für die Meeresumwelt und die von ihr abhängigen Küstengemeinden darstellen. Wissenschaftler aus verschiedensten Disziplinen haben den besten Weg zur Überwachung von Algenblüten und zur Verbreitung der Ergebnisse untersucht.

Digitale Wirtschaft

Die Verschmutzung der Meeresumwelt durch hohe Nährstoffeinträge kann Algenblüten verursachen. Das EU finanzierte Projekt "Coastal biomass observatory services" (COBIOS) soll seiner Bestimmung gemäß derartige Ereignisse vorhersagen und ihre fortschreitende Entwicklung nachverfolgen. Jahr für Jahr kommt es an Europas Küsten zu Algenblüten, was übelriechenden Schaum an den Stränden und das Risiko potenziell gefährlicher Giftstoffe mit sich bringt. Überdies können schnell abklingenden Blüten auf den Meeresboden absinken und dabei Gebiete aus hypoxischer Materie bilden, die den Sauerstoffgehalt im umgebenden Wasser reduzieren. Diese Pools können wieder auftauchen und "tote Zonen" bilden, die erhebliche Verluste an Meeresleben sowie Schäden für Fischerei und Aquakultur verursachen. Hier drohen überdies beträchtliche ökonomische Verluste. Das Ziel der COBIOS-Initiative war die Vereinigung von Satellitendaten und ökologischen Modellen zu einem wirkungsvollen Informationsdienst für biomassereiche Blüten in europäischen Gewässern. Die Erdbeobachtung (Earth Observation, EO) lieferte Informationen über die Blütesituation, während die COBIOS-Umweltmodelle Prognosen über deren weiteren Verlauf gestatteten. So konnten die Wissenschaftler die Hypoxierisiken und die Möglichkeit des Entstehens toter Zonen beurteilen, in denen kein Leben im Wasser mehr möglich ist. Obgleich die Fernerkundung zur Überwachung der Blüteereignisse genutzt werden kann, mangelt es bei Satellitenbeobachtungen aufgrund der Wolken an einer vollständigen Erfassung sowie am Prognosewert. Bei biomassereiche Blüten in Küstengewässern verändern sich Form und Lage der Blüten jedoch über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen grundlegend. Da Blüten in Schönwetterperioden ihren Anfang nehmen, herrscht hier meistens (aber nicht immer) eine gute Satellitenabdeckung. Daher ist es erforderlich, die Fernerkundung mit hydrologisch-ökologischen Modellen zu kombinieren. Eine derartige Integration von Informationen stellt detaillierte Daten für verschiedene Typen von Analysen und potenzielle kommerzielle Nebenprodukte bereit. Die Daten aus dem Projekt werden im Rahmen von EU-Richtlinien genutzt werden, zu denen die europäische Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) zählt. Die MSRL verfolgt das Ziel, bis 2021 einen guten Umweltzustand der europäischen Gewässer zu erreichen und die Meeresressourcen für die Volkswirtschaften und Gemeinden zu bewahren, die von ihnen abhängig sind. Sie wird daher im wesentlichen Maße zur künftigen Meerespolitik beitragen. Die Resultate von COBIOS werden durch Warnungen vor Algenblütegefahr überdies dazu beitragen, die ökonomischen Verluste durch biomassereiche Ereignisse dieser Art zu verringern. Auch strategische Informationen zur Anwendung bei Initiativen zur Ernte von Algenbiomasse konnten zur Verfügung gestellt werden.

Schlüsselbegriffe

Algenblüten, Biomasse, Küsten, Beobachtungsdienstleistungen, Unterwasserwelt, Meereslebewesen

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