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Wissenschaft im Trend: Im Solarboot zum ältesten Dorf Europas

Im Rahmen einer archäologischen Expeditionsreise nach Griechenland wurden Spuren einer Stätte entdeckt, in der die ersten Europäer gelebt haben könnten. Die Expeditionsreise wurde mit PlanetSolar unternommen, dem größten Solarboot der Welt.

Seit der erste Mensch auf die Idee kam, ein Boot zu bauen, hat sich die Erforschung von Küstengebieten als eine der effizientesten Methoden herausgestellt, um die Welt, in der wir leben, besser verstehen zu können. Und diese Entwicklung hat mit dem sogenannten Zeitalter der Entdeckungen kein Ende gefunden. Heutzutage reisen Wissenschaftler um die ganze Welt, um Ökosysteme zu studieren, um Klimaänderungen zu überwachen, um neue Arten zu entdecken oder um bahnbrechende archäologische Funde zu machen. Es kamen allerdings Behauptungen auf, dass derartige Forschungsarbeiten der Umwelt schaden könnten. An dieser Stelle kommt die TerraSubmersa-Expedition ins Spiel. Die am 11. August gestartete und kürzlich abgeschlossene Forschungsmission, die gemeinsam von der Swiss School of Archaeology und dem griechischen Kultusministerium organisiert wurde, zielte darauf ab, das möglicherweise älteste Dorf Griechenlands sowie ganz Europas zu finden. Das Team suchte nach einer prähistorischen Stätte, die von den Gewässern des Golf von Argolis in der Nähe der Höhle von Franchthi überflutet worden war. Diese Region ist dafür bekannt, dass hier zwischen der Altsteinzeit und der Jungsteinzeit die allerersten Europäer gelebt haben. ‘Diese Höhle wurde etwa 35.000 Jahre lang kontinuierlich bewohnt... und wir haben Grund zu der Annahme, dass die Bewohner gegen Ende der Jungsteinzeit in eine Stätte in der Umgebung migrierten, die sich jetzt unter Wasser befindet’, teilte Julien Beck, Forscher der Universität Genua, der AFP mit. Aber es ist nicht nur das ehrgeizige Ziel der TerraSubmersa-Expedition, die diese Mission so besonders macht. Zur Durchführung ihrer Reise haben die Wissenschaftler den Katamaran PlanetSolar verwendet, der gleichzeitig das größte Solarboot der Welt ist. Mit diesem Schritt wollte das Expeditionsteam demonstrieren, dass die Zukunft der maritimen Forschung ohne eine Verschmutzung der Weltmeere einhergehen kann. Eine Fläche von 512m² an Solarkollektoren, die sechs Lithium-Ionen-Batterieblöcke mit Energie versorgen, ermöglicht, dass PlanetSolar ausschließlich mit Solarenergie und bis zu 72 Stunden in völliger Dunkelheit betrieben werden kann. Falls Ihnen der Name ‘PlanetSolar’ vertraut vorkommt, liegt dies vermutlich daran, dass das Boot auch dafür bekannt ist, 2012 als erstes Wasserfahrzeug die Welt ausschließlich mit Solarenergie umsegelt zu haben. ‘TerraSubmersa, unser Saisonhighlight im Jahr 2014, zählt sicherlich zu den faszinierendsten [Reisen, die wir unternommen haben]. Die hochpräzise Navigation, die notwendig ist, in Kombination mit dem Abenteuer der Entdeckung... all dies vor der wunderbaren Kulisse des Golf von Argol’, mit diesen Worten erklärte Bootskapitän Gérard d’Aboville seinen Enthusiasmus zu Beginn der Reise. Die Mission teilte sich in zwei Phasen auf. Die erste Phase bestand darin, der Öffentlichkeit sowie lokalen Behörden im Rahmen mehrerer Veranstaltungen, die in Eritrea, Athen und Napflio organisiert wurden, die Arbeit der Archäologen vorzustellen. Phase zwei widmete sich ausschließlich der archäologischen Forschungsarbeit und das Team zeigt sich äußerst zufrieden mit den Ergebnissen. ‘Wir haben fantastische Daten gesammelt, deren Auswertung Jahre in Anspruch nimmt’, schreibt Julien Beck im offiziellen PlanetSolar-Logbuch. Durch eine Kartografierung der Meeresböden entdeckte das Forschungsteam Strände aus der Altsteinzeit, die bis in die Urzeit zurückgehen. Nach Angaben des Forschungsteams deuten alle Anzeichen darauf hin, dass diese Strände von den Bewohnern der Höhle von Franchti geformt wurden. In dieser Höhle stießen die Wissenschaftler auf Schalen und Fischskelette. Boot und Crew segeln derzeit nach Venedig. Die voraussichtliche Ankunft in der Stadt der Dogen ist für den 4. September geplant.Weitere Informationen sind abrufbar unter: Webseite PlanetSolar http://www.planetsolar.org/ Internetseite von TerraSubmersa http://www.unige.ch/terrasubmersa/en/

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Griechenland