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Intelligente Werkzeuge zur Vorhersage des landwirtschaftlichen Wasserbedarfs

Der Landwirtschaftssektor zählt zu den größten Wasserverbrauchern innerhalb der EU. Zur Optimierung des Wasserverbrauchs und der Kostensenkung stellt das ENORASIS-Projekt ein kabelloses Netzwerk von Sensoren und Wasserventilen bereit, das Daten über Faktoren sammelt, die Einfluss auf den Wasserbedarf für die Ernte haben.

Durch Kombination moderner Wettervorhersagen mit einem Netzwerk aus Feldsensoren können die Landwirte nun ihren Bewässerungsbedarf feststellen und unnötiger Wasserverschwendung vorbeugen. Die Umwelt profitiert hierbei von hohen Wassereinsparungen sowie vermiedener Bodenerosion, der Landwirtschaftssektor wiederum kann wirtschaftliche Einsparungen verzeichnen. Der Landwirtschaftssektor zählt zu den größten Wasserverbrauchern innerhalb der EU. In den südlichen Teilen Europas wird jährlich etwa die Hälfte des Wassers, das aus Brunnen, Flüssen, Seen und Untergrundquellen stammt, für die Bewässerung verwendet. Darüber hinaus wird ein Großteil dieses Wassers verschwendet. Aus diesem Grund ist das Projekt ENORASIS, das Ende 2014 abgeschlossen sein soll, von entscheidender Bedeutung, um eine nachhaltige und effizient funktionierende Landwirtschaft zu schaffen. Es wurde bereits viel erreicht. Im Rahmen von vier Pilotprojekten in verschiedenen Klimazonen (Mittelmeer, Nord-, Zentral- und Südeuropa) stand die Verbesserung der Bewässerung von sechs Anbausorten im Mittelpunkt: Kartoffeln, Mais, Äpfel, Süßkirschen, Baumwolle und Pampelmusen. Die Ergebnisse dieser Pilotprojekte waren soweit positiv und werden nach Ende des Sommers veröffentlicht. Das ENORASIS-System funktioniert folgendermaßen. Die Bauern installieren ein kabelloses Netzwerk von Sensoren und Wasserventilen in ihren Farmen. Dadurch werden Daten über Faktoren gesammelt, die Einfluss auf den Wasserbedarf für die Ernte haben. Zu diesen Faktoren zählen unter anderem die Bodenfeuchtigkeit, die Sonneneinstrahlung, die Windgeschwindigkeit und die Niederschläge. Die Wasserventile werden ebenfalls überwacht, um zu berechnen, wie viel Wasser die Bauern bereits für die Bewässerung der Felder verwendet haben. Ein fortschrittliches Wettervorhersagemodell wird daraufhin erstellt und mit Satellitenbildern der Felder sowie ausgewählten Informationen der Feldsensoren kombiniert, um eine sehr spezifische, personalisierte Dreitage-Wettervorhersage zu erstellen. Das Modell ist von solcher Genauigkeit, dass die Vorhersage auf Bereiche mit einer Fläche von nur zwei Quadratkilometern eingegrenzt werden kann. In Kombination mit Erntedaten wird schließlich ein täglicher Bewässerungsplan erstellt, der die Landwirte bei der Entscheidung unterstützt, ob eine zusätzliche Bewässerung notwendig ist. Im Rahmen des ENORASIS-Projekts wurde außerdem eine leicht zu bedienende Online-Plattform entwickelt, die das Speichern von und den Zugriff auf Daten ermöglicht. Die Bauern können auf diese Plattform mit einer Vielzahl von Mobilgeräten wie z. B. Smartphones zugreifen, wenn sie sich auf dem Feld oder an einem Desktop-PC befinden. Auf diese Weise können Bauern weitaus einfacher den Überblick über ihren Wasserbedarf behalten und Wasserressourcen so steuern, dass diese den tatsächlichen Bedarf decken. Das Projekt zieht noch weitere Kreise. Personen, die für das Wassermanagement verantwortlich sind, können Wasserressourcen für die Bewässerung noch effektiver vorherbestimmen und organisieren, um den Bewässerungsbedarf zu decken. Wasserunternehmen können die gesammelten Daten zudem verwenden, um effektivere Entscheidungen zu infrastrukturellen Investitionen in bestimmten Bereichen zu fällen oder um zu bestimmen, ob sorgfältig abgestimmte Wasserpreise eingeführt werden sollten, damit ein nachhaltiger Wasserverbrauch angeregt wird. Im Anschluss an das planmäßige Ende des ENORASIS-Projekts im Dezember 2014 beabsichtigen die Projektpartner, sämtliche Ergebnisse kommerziell verfügbar zu machen.

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