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Bessere Demenzpflege mit patientenorientierter App

EU-finanzierte Forscher haben neue Apps entwickelt, mit denen Pflegepersonal an Demenzpatienten eine besser auf diese zugeschnittene Pflege ausüben kann.

Die vom EU-finanzierten Projekt MIRROR entwickelten Apps sollen Pflegepersonal in Wohnheimen zu mehr Kreativität und Effektivität bei der Pflege verhelfen. Die Pfleger-App (Carer App) unterstützt zum Beispiel zahlreiche Funktionen einschließlich des Findens neuer Lösungen bei herausfordernden Verhaltensweisen und der Aufzeichnung guter Pflegepraxis. Eine interessante Funktion dieser App ist in der Tat ein Service, der es dem Pflegepersonal ermöglicht, eine schwierige Situation, vor der man gerade steht, zu beschreiben und innerhalb von nur wenigen Sekunden automatisch ähnliche Fallstudien abzurufen. Das Pflegepersonal kann dann diese Fallstudien durchsuchen, um eine auszuwählen, die der Situation am meisten entspricht, und anschließend der bewährten Vorgehensweise auf Basis der erteilten Empfehlungen folgen. Das ist wichtig, da auf Demenz spezialisiertes Pflegepersonal schnell Rat und Informationen benötigt, die auf der Stelle geliefert werden und rund um die Uhr zur Verfügung stehen müssen. Diese App generiert außerdem Inhalte, um kognitive kreative Aufgaben für das Pflegepersonal zu unterstützen. Das Projekt wurde im Juli 2010 gestartet und endete im Juni 2014. Es führte Versuche mit der neuen Technologie in Pflegeheimen im Vereinigten Königreich durch. Die Reaktionen, die auf YouTube zu finden sind, lassen den Erfolg des Projekts beim Erreichen seiner Ziele deutlich werden. Das Pflegepersonal war der Ansicht, dass ein tragbares iPod mit Touchscreen - was im Grunde genommen ein iPhone ohne Telefonfunktion ist - es ihnen ermöglichte, die Informationen rechtzeitig in ein zentralisiertes System einzugeben und auch Informationen in Echtzeit zu erhalten. Die Tragbarkeit des Gerätes bedeutete für das Personal auch, dass die Pflegeaktivitäten nicht unterbrochen werden müssen, um sich Notizen zu machen oder Dokumentationen zu finden. Dadurch konnten die Pflegekräfte mehr Zeit als vorher, als sie noch große Akten mit sich herumschleppen mussten, mit den Heimbewohnern verbringen. Aus der Demonstration geht auch hervor, dass die Pfleger kein Problem mit der Bedienung der Touchscreen-Anwendungen hatten. Daher wurde diese Technologie am Arbeitsplatz auch sehr gut angenommen. Die tragbare digitale Anwendung bot dem Pflegepersonal gleichermaßen ein zusätzliches Werkzeug, das sie darin unterstützte, Patienten mit einzubinden und zu stimulieren. Auf das Touchscreen-iPod kann die Lebensgeschichte einer Person geladen werden, komplett mit Google maps, Videos und digitalen Fotos. Stehen all diese Ressourcen bereit, so ist eine spontanere Kommunikation möglich, wodurch eher ein Kontakt zwischen dem Pflegepersonal und dem Demenzpatienten hergestellt wird. Die Ziele des MIRROR-Projekts bestanden darin, die Mitarbeiter in verschiedenen Sektoren zu stärken und zu engagieren, indem sie eigene Erfahrungen aufzeichneten und miteinander teilten. Die Entwicklung von Apps, die das Lernen im Pflegesektor unterstützen, war ein wichtiger Teil des Projekts. Eine andere App, CaReflect, wurde auch entwickelt, um das Pflegepersonal und das reflektierte Lernen in Pflegeheimen zu unterstützen. Diese App misst automatisch die Zeit, die das Personal mit den Heimbewohnern verbringt. Mitarbeiter und Bewohner tragen dabei beide einen Sensor, etwa ein Badge. Nach jeder Schicht loggen sich die Pfleger in das private CaReflect-System ein, um ihre eigenen Kontakte zu sehen und zu überprüfen. Durch die Entwicklung dieser und weiterer Apps hat das MIRROR-Projekt den Weg für einen neuen, durch Technologie gestützten Lernansatz für herausfordernde Arbeitssituationen bereitet, in denen keine Lehrer oder andere formelle Inhalte verfügbar sind. Weitere Informationen sind abrufbar unter: MIRROR http://www.mirror-project.eu/

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