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EU-Forscher arbeiten an der ersten semi-kommerziellen Weltraummission der Welt

In einem EU-geförderten Projekt sollen Geldmittel aus dem Privatsektor gesammelt werden, um ein neues Weltraumteleskop zur Erforschung von Exoplaneten zu finanzieren. Diese Unternehmung könnte sich zur weltweit ersten semi-kommerziellen Weltraummission entwickeln.

Im EXODATA-Projekt soll ein neues Weltraumteleskop zur Hälfte finanziert werden, indem Nutzungsdauer für dieses Instrument sowie die mit ihm gesammelten Daten international verkauft werden. Bei einem Erfolg könnte dies das Finanzierungsmodell für Weltraummissionen revolutionieren, die, bis heute, größtenteils von der öffentlichen Hand bezahlt wurden. Die Weltraummission namens Twinkle soll in drei Monaten beginnen. Mit dem Twinkle-Teleskop sollen Exoplaneten untersucht werden – Planeten, welche um die am Nichthimmel sichtbaren Sterne kreisen – um festzustellen, aus welchen Stoffen sie bestehen. Die vom Satelliten gesammelten Daten werden wahrscheinlich Aufschluss über die chemische Zusammensetzung und Wettersysteme eines Planeten liefern. Letztendlich werden Wissenschaftler dank dieser Mission feststellen können, ob auf einem Planeten Leben möglich sein könnte oder ob er sogar schon bevölkert ist. Die Mitglieder von EXODATA fanden bereits einen möglichen Markt für die durch den Twinkle-Satelliten gesammelten Daten. „Forschungseinrichtungen und Hochschulen in Erdteilen, die nicht über Weltraumtechnologie verfügen, darunter Südamerika und Südostasien, sind stark an unserem Projekt interessiert“, so Jonathan Tennyson, der Projektkoordinator von EXODATA. Laut Tennyson belegen die im Rahmen des Projekts durchgeführten Marktstudien, dass großes Interesse daran besteht, den Satelliten entgeltlich für einen festgelegten Zeitraum zu nutzen. Es könnte beispielsweise ein relativ kurzer Zeitraum angeboten werden, etwa einige Erdumrundungen des Satelliten, die jeweils 90 Minuten dauern. Die Käufer können sich dann entscheiden, an welchen der gesammelten Daten sie interessiert sind. „Wir möchten nun potentielle Käufer auffordern, Absichtserklärungen zum Kauf von Nutzungsdauer und Daten von Twinkle einzusenden. Zu diese Zweck haben wir zwei Manager für Geschäftsentwicklung angestellt, die um die Welt reisen und potentielle Kunden werben“, fügt er hinzu. Die vom Privatsektor aufgebrachten Geldmittel werden die technische Entwicklungsphase des Twinkle-Teleskops in den nächsten drei Jahren unterstützen. Die verbleibenden Projektkosten werden von der öffentlichen Hand und Spendern übernommen. Mit dem Twinkle-Projekt wird nicht nur das weltweit erste kommerziell unterstützte Weltraumteleskop verwirklicht, sondern auch die Kosten künftiger Weltraummissionen gesenkt. „Die Gesamtkosten von Twinkle betragen nur einen Bruchteil der Kosten einer öffentlich finanzierten Weltraummission“, sagt Tennyson. Um Kosten zu sparen, wird in der Mission bereits erprobte Satellitentechnologie eingesetzt. Das Raumfahrzeug wird von Surrey Satellite Technology Ltd konstruiert werden, wobei das Unternehmen auf einer Plattform aufbauen wird, die für hochauflösende Erdbeobachtung entwickelt wurde. „Auch bereits entwickelte Software wird für Twinkle genutzt werden, was einen höheren Grad an Autonomie ermöglicht und die Betriebskosten noch weiter senkt. Zudem stellt das semi-kommerzielle Finanzierungsmodell eine weitere Möglichkeit dar, Ausgaben zu begrenzen, da es schneller und kostengünstiger ist“, fügt Tennyson hinzu. „Das Projekt kommt gut voran. Ich bin optimistisch, dass unser neuartiges Finanzierungsmodell erfolgreich sein wird. Für den Fall, dass es funktioniert, haben bereits weitere Wissenschaftler Interesse bekundet, unser Finanzierungsmodell für ihre eigenen Satelliten zu übernehmen“, erklärt Tennyson. Weitere Informationen finden Sie auf: CORDIS-Projektseite TWINKLE-Website

Länder

Vereinigtes Königreich

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