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Neues von VALCRI: Big Data für die erfolgreiche Kriminalitätsbekämpfung nutzen

Im Februar 2018 thematisierten wir in unserem Sonderabschnitt zum Thema „Neue Technologien für die Kriminalitätsbekämpfung“ das Projekt VALCRI. Wir sprachen mit Projektkoordinator Prof. William Wong darüber, wie im Rahmen von VALCRI ein überaus vielversprechendes Analysesystem für polizeiliche Ermittlungen entwickelt wird, das auf visueller Analyse und Kognitionswissenschaft basiert. VALCRI endete im Juni 2018. Prof. Wong erzählte uns, wie die Entwicklung des Systems vorangegangen ist.

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Die Markteinführung des VALCRI-Systems (Visual Analytics for Sense-making in CRiminal Intelligence analysis) hatte für Prof. Wong und sein Team weiterhin hohe Priorität. „Seit Sommer 2018 haben wir mit Polizeikräften innerhalb und außerhalb der EU Kontakt hergestellt, und das VALCRI-System wurde bei diesen Kräften an sicheren Standorten installiert“, erklärt Prof. Wong. „Wir gehen davon aus, dass Versuche mit Ist-Daten im Frühjahr 2019 beginnen.“ Die schwierige Frage nach dem Datenschutz beantworten Eines der wichtigsten Probleme, das sich während des Projekts stellte, betraf die Privatsphäre und den Datenschutz. „Es ging nicht einfach nur darum, den Datenzugriff einzuschränken, sondern vielmehr darum, beispielsweise zu verstehen, dass eine Person sehr schwer ,vergessen wird‘, deren Personenprofil einmal in die Daten eingeflochten ist, die zur Einschätzung der Profile und kriminellen Netze und Aktivitäten verwendet werden, falls sich im Nachhinein herausstellt, dass diese Person unschuldig ist“, erklärt Prof. Wong. „Die spezifische Natur der Herausforderungen [hinsichtlich der Privatsphäre] zu verstehen, ermöglichte uns die Entwicklung neuer Ansätze und Entwürfe, die von Beginn an Erwägungen hinsichtlich Ethik und Privatsphäre beinhalten, anstatt später als Add-on zum Entwurf hinzugefügt zu werden.“ Ein Teil des VALCRI-Teams verbrachte zwei Jahre mit der Anonymisierung von etwa einer Million Aufzeichnungen in dem Datensatz, der zur Entwicklung des VALCRI-Systems verwendet wurde. Ein anderes Team hatte die Aufgabe, zu versuchen, die Daten zu deanonymisieren. „Über einen Zeitraum von sechs Monaten wurde leider die Identität einer Person entdeckt, was bedeutet, dass der Datensatz nicht wie ursprünglich geplant veröffentlicht werden konnte“, sagt Prof. Wong. „Auch wenn die zufällige Anonymisierung von Daten einfach ist, stellt die Anonymisierung von Daten, während bedeutende Beziehungen zwischen Instanzen über mehrere Datensätze unterhalten werden, eine große Herausforderung dar.“ Obgleich der Datensatz nicht veröffentlicht werden konnte, erhielten die VALCRI-Partner die Erlaubnis, diesen in dem neueren Horizont 2020-Projekt SPIRIT zu verwenden. Immer weiter vorwärts Während sich das VALCRI-System der Versuchsphase nähert, ist das Projektteam zuversichtlich, dass seine Erfahrungen ihm dabei behilflich sein werden, die vollständige Konformität des Systems mit den europäischen Datenschutzbestimmungen zu erreichen. 2019 scheint für Prof. Wong und sein Team in der Tat ein spannendes Jahr zu werden. „Es wurden neue Stellen geschaffen, um VALCRI in Produkte einzubetten, die Endanwender bei der Polizei erwerben und einsetzen können, und während der Versuche wird das System zudem untersucht, um festzustellen, wie kompetente Ermittler und Analysten die Technologie verwenden könnten, um ihre investigativen Fähigkeiten zu erweitern“, schlussfolgert Prof. Wong. „Wir sind davon überzeugt, dass VALCRI im vollständig betriebsbereiten Zustand Strafverfolgungsbehörden mit der Macht der Informationen ausstattet, um die Freiheit und Sicherheit Europas und seiner Bürgerinnen und Bürger zu schützen.“

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29 März 2019