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Wie Nanotechnologie und ätherische Öle abgepackte Lebensmittel sicherer machen

Verbraucher sagen Ja zum Einsatz von Nanotechnologie bei Lebensmittelverpackungen, sorgen sich jedoch nach wie vor, dass die Lebensmittel dabei kontaminiert werden, wie eine EU-finanzierte, projektbezogene Umfrage ans Licht brachte.

Gesundheit

Etwa ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel gehen jährlich verloren oder werden verschwendet. Und wenn wir so mit unseren Lebensmitteln verfahren, dann kostet das nicht nur uns – die Verbraucher – Geld. Von der Verschwendung betroffen sind auch die zur Produktion von Lebensmitteln erforderlichen Ressourcen, d. h. Land, Energie, Wasser und Arbeitskraft. Vor allen Dingen aber nimmt die Umwelt Schaden. Das EU-finanzierte Projekt NanoPack (Pilot line production of functional polymer nanocomposites from natural halloysite nanotubes: demonstrating controlled release of active antimicrobials in food packaging applications.) liefert jetzt einen Lösungsvorschlag, durch den ein Aspekt dieses Problems bewältigt werden könnte: die Lebensmittelverschwendung durch Verderb. Der Vorschlag des NanoPack-Teams stützt sich dabei auf innovative Systeme der aktiven Lebensmittelverpackung. Einsatz von Nanotechnologie bei Lebensmittelverpackungen: Umfrageergebnisse Aktive Verpackungen sind Verpackungsformen, deren Funktion über eine passive Umhüllung des Produkts hinausgeht. Diese Verpackungen sind in der Lage, Substanzen zu absorbieren oder abzugeben, und verbessern so die Frische des verpackten Produkts oder verlängern seine Haltbarkeit. Um die Ansichten zur Nanotechnologie und zu ihren potenziellen Vorteilen in Bezug auf verpackte Lebensmittel zu erfassen, führten die Projektpartner eine Umfrage durch. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, inwieweit neue aktive Technologien in Lebensmittelverpackungen aufseiten der Verbraucher und des Einzelhandels akzeptiert werden. Zehn Fokusgruppen sowie detaillierte Befragungen von Verbrauchern und Führungskräften im Einzelhandel in China, Dänemark, Irland, Italien und Spanien brachten interessante Ergebnisse hervor. Die Verbraucher zeigen eine wachsende Bereitschaft, nanotechnologische Lebensmittelverpackungen zu nutzen. Andererseits haben sie jedoch Bedenken hinsichtlich der aktiven Elemente dieser Technologie sowie der ätherischen Öle, die das Verderben der Lebensmittel verhindern oder verlangsamen sollen, aber, so die Sorge, die Produkte kontaminieren oder verändern könnten. „Die Vorteile aktiver Verpackungen werden in den Köpfen der Verbraucher nicht immer stringent durchdacht“, so Polymeros Chrysochou, außerordentlicher Professor an der Universität Aarhus in Dänemark, die als Partner an dem Projekt beteiligt ist, in einer Pressemitteilung auf der Website der Fachzeitschrift EPPM Magazine. „Beispielsweise scheint es widersprüchlich zu sein, wenn man die Haltbarkeit eines Produkts verlängert, es aber gleichzeitig seine Frische behält ... Frische ist ein recht vages Produktversprechen und die Menschen haben unterschiedliche Vorstellungen davon. So nehmen sie Frische möglicherweise im Zusammenhang mit der Zeit wahr, die seit der Herstellung vergangen ist; demzufolge stünde eine kürzere Zeit für ein frischeres Produkt. Das wiederum bedeutet, dass die Verbraucher ein Produkt mit einer längeren Haltbarkeitsdauer nicht unbedingt als frisch betrachten, da die Herstellung länger zurückliegt.“ Jedes Jahr erkranken zehntausende Europäer infolge des Verzehrs von kontaminierten oder verdorbenen Lebensmitteln. Das seit 2017 laufende, auf vier Jahre angelegte Projekt zielt darauf ab, die Lebensmittelsicherheit zu verbessern, indem das Wachstum von Bakterien, die sich in den Lebensmitteln befinden, gehemmt wird. Auf diese Weise sollen Erkrankungen durch kontaminierte und verdorbene Produkte verhindert werden. Ermöglicht wird dies durch den Rohstoff Halloysit, der in Form natürlicher mineralischer Nanoröhren vorkommt. Diese Nanoröhren werden in die zur Verpackung verwendete Kunststofffolie eingespeist und dort fixiert, sodass sie nicht in Kontakt mit dem Lebensmittel kommen. Die Halloysit-Nanoröhren sind mit natürlichen ätherischen Öle angereichert, die aus Pflanzen wie Oregano und Thymian gewonnen werden. Die Öle werden in Form von Dampf freigesetzt und gelangen so von der Folie in den Kopfraum der Verpackung. Dank ihrer antimikrobiellen Eigenschaften verlangsamen sie das Wachstum der Bakterien oder des Schimmels, die zum Verderben der Lebensmittel führen. Die derzeit von NanoPack entwickelten Verpackungsfolien sollen die Haltbarkeitsdauer von verderblichen Lebensmitteln erwartungsgemäß um 25 % steigern. NanoPack führt derzeit Pilottests durch. Im Rahmen der Tests werden alle Stadien der Verpackungsherstellung auf die bestehenden Pilotlinien angewandt, um zu bestimmen, ob die NanoPack-Produkte wirtschaftlich tragbar und industriell einsetzbar sind. Weitere Informationen: NanoPack-Projektwebsite

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22 Juni 2020