Vielfalt in den Führungsetagen bringt unterm Strich Vorteile
Um diese Frage anzugehen, haben Forscher der Copenhagen Business School zusammen mit der Europäischen Kommission als Teil des Projekts GOVMNC die Unternehmenslandschaft untersucht. Der erste Teil der Studie konzentrierte sich auf die Fähigkeit der Führungsebenen, sich Herausforderungen in einem internationalen Kontext zu stellen. Ergebnisse des Projekts zeigen, dass der Erfolg eines Unternehmens wahrscheinlich steigt, umso internationaler das Führungsteam ist. Verstärkt wird dieser positive Zusammenhang durch die Dauer, die die Teams zusammenarbeiten, die Internationalität des Unternehmens und die Freigiebigkeit der Branche. Die Auswirkungen der ausländischen Nationalitäten von Führungskräften unterscheiden sich von denen der internationalen Erfahrungen. Genauer gesagt, national vielfältige Führungsteams schaffen wahrscheinlich strategische Allianzen, während Teams mit internationaler Erfahrung eher geneigt sind, mittels Greenfield-Investitionen und grenzüberschreitenden Fusionen und Übernahmen in andere Länder zu expandieren. Zur Diskussion über die Frauenquote für Vorstände in der EU zeigt die Forschung auf, dass Frauen Konflikte innerhalb der Gremien verringern, die Geschäftstätigkeit erhöhen und Vorstandsentscheidungen beeinflussen. Das Ausmaß des Einflusses hängt von der persönlichen Berufserfahrung der Frau ab und interessanterweise auch von ihren persönlichen Werten. Frauen können den Entscheidungsprozess im Vorstand und dessen Wirksamkeit beeinflussen. Allerdings nimmt der Einfluss von weiblichen Vorständen ab, wenn sie als ungleiche Vorstandsmitglieder wahrgenommen werden. Diese Forschung liefert konkrete Hinweise zu den Rollen von Frauen und Ausländern in Spitzenmanagement und Vorstandspositionen in der EU. GOVMNC ist davon überzeugt, dass die Vielfalt der Geschlechter die Effektivität von Vorständen erhöht, während mehr Internationalität in den Führungsteams ein Unternehmen erfolgreicher macht.