Forschung über die Gefahren am Arbeitsplatz
Auf der Konferenz "Working without limits?" (Arbeiten ohne Belastungsgrenzen?) vom 25. bis 27. September in Brüssel wurden die Ergebnisse einer Studie der Dublin Stiftung betreffend Arbeitsbedingungen bekannt gegeben. Sie offenbarten einen alarmierenden Anstieg der Arbeitsintensivierung. Die Konferenz über die Auswirkungen der Arbeitsorganisation auf die Gesundheit der Beschäftigten wurde von dem "Europäischen Technikbüro der Gewerkschaften für Gesundheit und Sicherheit" (TGB) und SALTSA, einem Forschungsprogramm des schwedischen Instituts für das Arbeitsleben, organisiert. Sie versammelte Wissenschaftler und Gewerkschafter aus den EU-Mitgliedstaaten sowie aus Nicht-EU-Ländern. Der Bericht der Dublin Stiftung bestätigte nicht nur eine Erhöhung der Arbeitsintensivierung für die Mehrheit der Beschäftigten, sondern auch, dass mit der Arbeit zusammenhängende Beschwerden, insbesondere MSD und Stress, deutlich zunehmen. Insbesondere für Beschäftigte in nicht dem Standard entsprechenden Arbeitsverhältnissen, wie bei Subunternehmern, Teilzeitarbeitern, Beschäftigten mit befristeten Arbeitsverträgen, und für ältere Arbeitnehmer ist die Situation sehr schlecht. "Als wir vor zehn Jahren mit unserer Studie begonnen haben, dachten wir, dass arbeitsbedingte Krankheiten der Vergangenheit angehören. Mit neuen Arbeitsformen und einer anderen Arbeitsorganisation belasten uns heute jedoch nicht nur die alten Probleme, sondern zusätzlich neue arbeitsbedingte Erkrankungen", sagte Pascal Pauli, Leiter für Forschung bei der europäischen Stiftung. Der physische Risikofaktor ist so hoch wie er immer gewesen ist, und neue gesundheitliche Probleme wie Stresserkrankungen und Burnout sind im Kommen. Trotz vieler Debatten zu dieser Thematik ist die Sicherheit am Arbeitsplatz nicht besser geworden. Aus Studien geht hervor, dass sich in der EU jährlich etwa 10.000 schwere oder tödliche Arbeitsunfälle ereignen. Im Rahmen der abschließenden Podiumsdiskussion zwischen europäischen Politikern und Gewerkschaftern wurde die Bedeutung der Regulierung und Verhandlung auf diesem Gebiet unterstrichen. Auch wurden die Arbeitgeber kritisiert, die Regelungen der EU-Rahmenrichtlinie von 1989 betreffend die Beteiligung von Arbeitnehmern und die Risikobewertungen, die die Arbeitsorganisation betreffen, nicht umgesetzt zu haben. Anna-Ekström, Staatssekretärin des schwedischen Industrieministeriums, bestätigte, dass die Arbeitsbedingungen "während der schwedischen Ratspräsidentschaft im nächsten Frühjahr ein wichtiges Thema sein werden".