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Preclinical proof of concept of AF243 potency to prevent and/or treat sensorineural hearing loss

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Erfolg bei vorklinischer Studie über Schwerhörigkeit

5 % der Bevölkerung und ein Drittel der Menschen über 65 Jahre haben Schwierigkeiten mit dem Hören. Eine europäische Studie untersucht präventive und reparative Therapien bei Schwerhörigkeit und Hörverlust.

Gesundheit

Das Hörvermögen hängt stark von der Intaktheit der Sinnesepithelien in dem das Gehör betreffenden Abschnitt im Innenohr ab. Hörverlust tritt dann ein, wenn die Haarsinneszellen (sensory hair cell, HC) absterben und/oder Spiralgangliennervenzellen (spiral ganglion neuron, SGN) abgebaut werden. Demzufolge sind neue Arzneimittel, die schützende und/oder regenerative Wirkung auf Haarsinneszellen und/oder Spiralgangliennervenzellen ausüben, für therapeutische Anwendungen bei Hörverlust überaus wünschenswert. Das von der EU finanzierte und von der AFFICHEM Company koordinierte Projekt AFHELO (Preclinical proof of concept of AF243 potency to prevent and/or treat sensorineural hearing loss) hat die Wirksamkeit von AF243, einem starken Auslöser von Zelldifferenzierung, bewertet. Das Team konzentrierte sich auf die Fertigstellung der präklinischen Studie in Form der Bewertung des Wirkmechanismus, der Wirksamkeit bei Mausmodellen für lärmbedingte Schwerhörigkeit, der Absorption, des Metabolismus und der Ausscheidung des Wirkstoffs sowie dessen Toxizität. Ein weiteres Ziel bestand darin, mehr Erkenntnisse über die Ursachen des frühzeitigen Hörverlusts zu gewinnen. In-vivo-Studien an Mäusen ergaben, dass eine gestörte IGF-I-Produktion (insulinähnlicher Wachstumsfaktor) die Anfälligkeit für Lärmschwerhörigkeit mit zunehmendem Alter erhöht. Folsäuremangel bewirkte einen vorzeitigen Verlust der Hörfähigkeit, was beweist, dass schlechte Ernährungsgewohnheiten großen Einfluss auf eine Verschlimmerung der Schwerhörigkeit nehmen können. Die Forscher optimierten das chemische Syntheseverfahren, um ein wasserlösliches AF243-Salz im Grammbereich zu erzielen. Sie ermittelten gleichermaßen einen Kernrezeptor als pharmakologisches Ziel von AF243, der an der Cholesterinhomöostase, Entzündungen, neuronaler Differenzierung und Neuroprotektion beteiligt ist. AF243 löst in vitro die Verzweigung von Spiralgangliennervenzellen aus und schützte in vivo Mäuse vor Lärmschwerhörigkeit. Interessanterweise hat AF243 eine vorteilhafte Wirkung, wenn es Mäusen oral verabreicht wird, was auch für klinische Zwecke geeignet ist. Das Konsortium demonstrierte außerdem die Sicherheit von AF243 bei wirksamer Dosierung. AFHELO zielte darauf ab, die therapeutischen Anwendungen von AF243 auf die zwei Hauptarten von Hörverlust – lärm- und altersbedingt – zu erweitern. Vorklinische Studien, Pharmakologie sowie Wirkmechanismus und Sicherheit unterstützen die Einschätzung, dass AF243 ein innovatives und vielversprechendes Medikament zur Prävention und Behandlung von Schwerhörigkeit ist. Die Entwicklung einer neuen Behandlung zur Vermeidung von Hörverlust und/oder Reparatur von geschädigten Zellen im Ohr ist eine spannende und dringend benötigte Option für Patientinnen und Patienten. Die im Rahmen des AFHELO-Projekts vorgelegten Ergebnisse werden in naher Zukunft die klinische Bewertung von AF243 für unter Schwerhörigkeit leidende Patienten ermöglichen.

Schlüsselbegriffe

vorklinische, präklinisch, Schwerhörigkeit, Hörverlust, AFFICHEM, AFHELO, AF243, Wachstumshormon, Folsäuremangel

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