Forschungskooperation auf dem Prüfstand bei EU-USA-Gipfel
Der europäisch-amerikanische Gipfel am 18. Dezember bot Gelegenheit zu einer Bewertung der wissenschaftlichen und technologischen Partnerschaft zwischen der EU und den USA. Daraus ergab sich, dass die Kooperation zwischen den beiden Kontinenten intensiver wurde. Die Delegierten bestätigten, dass die EU und die USA unter der französischen Ratspräsidentschaft auf dem Gebiet der Wissenschaft und der Technik enger zusammenarbeiten. Dies betrifft insbesondere die Forschung über die Klimaveränderung, darunter das ARGO-Projekt (ein System zur Überwachung der Temperaturveränderungen in den Weltmeeren), sowie die Nanotechnologie, die Biotechnologie, E-Learning und die Zusammenarbeit bei der Entschärfung von Naturkatastrophen und durch den Menschen verursachten Katastrophen durch Katastrophen-Informationsnetze. Außerdem wurden Vereinbarungen zur Intensivierung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit bei der nichtnuklearen Energieerzeugung und zur Untersuchung der Forschungsvorschläge über Prionen getroffen. Darüber hinaus wurden die Wissenschafts- und Technologie-Websites aktualisiert, um umfassendere Informationen über die Kooperations- und Austauschmöglichkeiten zu bieten. In einer gemeinsamen Erklärung beider Seiten heißt es, dass die Europäer und die Amerikaner, wie auf dem letzten Gipfel in Queluz vereinbart, Bedenken zur Biotechnologie weiterhin gemeinsam in Angriff genommen und zu juristischen Aspekten der Biotechnologie enger zusammengearbeitet hätten. Dazu sei ein europäisch-amerikanisches Biotechnologie-Beratungsforum eingerichtet worden, das für die zahlreichen Fragen auf dem Gebiet der Lebensmittel und der landwirtschaftlichen Biotechnologie zuständig ist. Dieses Forum präsentierte auf dem Gipfel seinen ersten Bericht. Politiker und Fachleute haben sich seit dem letzten EU-US-Gipfel intensiv für die Intensivierung der transatlantischen Zusammenarbeit in der Informationsgesellschaft eingesetzt und arbeiten zurzeit an einem wissenschaftlichen Hochgeschwindigkeits-Forschungsnetz. Amerikaner wie auch Europäer haben eine ganze Reihe wichtiger Bereiche aufgedeckt, auf die zukünftige Bemühungen konzentriert werden sollen, darunter z.B. der Ausbau elektronischer Behörden-Dienstleistungen, die Bekämpfung der Hightech-Kriminalität, die Messung der digitalen Wirtschaft, die Prüfung des gesellschaftlichen Nutzens der Informationstechnologie sowie die Aufhebung der "digitalen Trennung". Die Delegierten versuchten, die jüngsten Spannungen in den europäisch-amerikanischen Beziehungen zu entschärfen, indem sie sich verpflichteten, sich weiter für die schnelle Ratifizierung des Kyoto-Protokolls und für die Verwirklichung einer Übereinkunft auf der für Mai/Juni 2001 geplanten Sitzung der COP6 (Sechste Vertragsstaatenkonferenz der UNO-Klimakonferenz) einzusetzen. Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung des europäisch-amerikanischen Gipfels war die Bekämpfung von Infektionskrankheiten in Afrika. "Die EU und die USA sind sich einig, dass zur Bekämpfung dieser Krankheiten die Zusammenarbeit der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft unerlässlich ist", heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme. "Langfristige Investitionen in das gesamte Spektrum wissenschaftlicher Maßnahmen sind notwendig, um die Entwicklung und Bewertung neuer und bezahlbarer Impfstoffe und Medikamente voranzutreiben." Die Erklärung enthält einen Aufruf an den privaten Sektor, dem Beispiel des öffentlichen Sektors zu folgen und die Investitionen in die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten mit dem Ziel, HIV/AIDS, Tuberkulose und Malarie in den Griff zu bekommen, zu verstärken, und außerdem eine Verpflichtung zur Koordination der europäisch-amerikanischen Forschungsprojekte, um damit sicherzustellen, dass "die gemeinsamen Bemühungen in Afrika zur Stärkung der nachhaltigen Kapazitäten auf lokaler, nationaler und regionaler Ebene beitragen." Vertreter der EU auf dem Gipfel waren Romano Prodi, Präsident der Europäischen Kommission, Chris Patten, für Außenbeziehungen zuständiges Kommissionsmitglied, Pascal Lamy, für den Handel zuständiges Kommissionsmitglied und der Hohe Repräsentant der GASP (Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik) Javier Solana. Die französische Ratspräsidentschaft war durch von Präsident Chirac und Außenminister Védrine vertreten. Zur amerikanischen Delegation gehörten auch Präsident Clinton, für den es der 15. und letzte europäisch-amerikanische Gipfel war, und Außenministerin Albright.
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Frankreich