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Inhalt archiviert am 2022-12-21

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Wissenschaftler geben ersten genetisch veränderten Affen bekannt

Ein Affenbaby mit einem zusätzlichen Stück DNS ist der erste genetisch veränderte, nicht-menschliche Primat. Die Wissenschaftler hoffen, dass der drei Monate alte Affe zur Entwicklung neuer Behandlungsmethoden für eine Reihe von Krankheiten wie z.B. Diabetes, Brustkrebs, Parki...

Ein Affenbaby mit einem zusätzlichen Stück DNS ist der erste genetisch veränderte, nicht-menschliche Primat. Die Wissenschaftler hoffen, dass der drei Monate alte Affe zur Entwicklung neuer Behandlungsmethoden für eine Reihe von Krankheiten wie z.B. Diabetes, Brustkrebs, Parkinson und HIV beitragen wird. Der Rhesusaffe namens "ANDi", was rückwärts gelesen für "inserted DNA" (eingefügte DNS) steht, kam am 2. Oktober zur Welt. Zuvor hatte man ihm, damals noch als unbefruchtete Eizelle, ein zusätzliches Gen eingepflanzt. Das Gen äußert sich in Form eines grün fluoreszierenden Proteins und dient als Markierung, die in der DNS von ANDi leicht aufzufinden ist. In jeder anderen Hinsicht sei ANDi jedoch normal, so die Forscher: "ANDi ist kräftig und spielt ganz normal mit seinen beiden Klassenkameraden", so Gerald Schatten vom Oregon Regional Primate Research Centre an der Oregon Health Sciences University in Portland, Oregon, dessen Forschungsergebnisse am 12. Januar in der Zeitschrift "Science" veröffentlicht wurden. Schatten ist zuversichtlich, dass die jüngsten Resultate lediglich der erste Schritt auf dem Weg zu besseren Behandlungsmethoden für Krankheiten des Menschen sind: "Wir könnten zum Beispiel ebenso einfach ein Alzheimer-Gen einpflanzen, um die Entwicklung eines Impfstoffs für diese Krankheit zu beschleunigen. Auf diese Weise hoffen wir, die wissenschaftliche Kluft zwischen transgenen Mäusen und Menschen überbrücken zu können. Auch könnten wir bessere Antworten mit weniger Versuchstieren erzielen und gleichzeitig die Entdeckung von Heilmethoden durch die Molekularmedizin beschleunigen", so Schatten. Schatten leitete gemeinsam mit dem Wissenschaftler Anthony W.S. Chan das Forschungsteam, das an der Schaffung von ANDi arbeitete. Die Arbeit war jedoch nicht ganz einfach. Es wurden 224 Eizellen modifiziert und anschließend befruchtet; daraus gingen 40 Embryonen, fünf Schwangerschaften und schließlich drei Lebendgeburten hervor. ANDi ist das einzige unter den gesunden Kindern, bei dem die Integration des Gens erfolgreich war; eine DNS-Analyse bestätigte, dass ANDi das "GFP"-Gen (grün fluoreszierendes Protein) trägt, das ursprünglich aus leuchtenden Quallen isoliert wurde. Allerdings, so das Team aus Oregon, leuchte er nicht fluoreszierend grün, da das GFP-Gen nicht unbedingt dieses Protein hervorbringe. Es könne sich jedoch noch entwickeln, wenn ANDi heranreife. Der Gedanke an die Möglichkeit, "Leuchtaffen" herzustellen, mag manchem unheimlich erscheinen. Schatten, der im vergangenen Jahr erstmals von der gelungenen Klonung eines Affen durch Embryo-Teilung berichten konnte, ist jedoch der Ansicht, dass derartige Forschungen entscheidend für die Bekämpfung von Krankheiten sind. "Affen wie ANDi und Tetra, ein geklonter Affe, werden uns schnell und sicher bei der Entscheidung helfen, ob innovative Therapien sicher und wirksam sind", sagte er. "Es wird bald möglich sein, Markierungen einzusetzen, die durch nicht invasive Techniken wie MRI (Magnetresonanzbilderzeugung) oder PET (Positronenemissions-Tomographie) überwacht werden können, um so die Ereignisse während der Entwicklung zu ermitteln, die Krankheiten wie Diabetes, Herzerkrankungen und sogar Geistesstörungen hervorrufen", sagte er.

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