Wissenschaftler planen "Katalog des Lebens"
Kürzlich kamen europäische Wissenschaftler mit ihren Kollegen aus den USA und Japan in Reading (Vereinigtes Königreich) zusammen, um die Erstellung eines umfassenden Katalogs der 1,75 Millionen bekannten Arten von Lebewesen auf der Erde innerhalb der nächsten zehn Jahre zu planen. Der Workshop wurde gemeinsam vom britischen Biotechnology and Biological Sciences Research Council (BBSRC - Forschungsrat für Biotechnologie und Biowissenschaften) und der Abteilung Biologische Ressourcen des US Geological Survey (USGS - Geologischer Dienst der USA) finanziert. Der "Katalog des Lebens", der Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen umfasst, wird grundlegend für Aufgaben wie die Entwicklung weltweiter Strategien zur Arterhaltung oder die Erforschung invasiver Arten aus anderen Kontinenten sein. Die beiden Hauptorganisationen, die sich mit dieser Aufgabe beschäftigen, sind Species 2000, ein globales Netzwerk mit Sitz im Vereinigten Königreich und Japan, und das nordamerikanische Integrated Taxonomic Information System (ITIS). Die beiden Organisationen haben bereits grundlegende Referenzdaten über 250.000 Arten gesammelt und beabsichtigen, bis 2003 Informationen über 500.000 Arten zu haben. Die Gruppe ruft nun Partnerorganisationen der wissenschaftlichen Gemeinschaft sowie Finanzierungsquellen öffentlich auf, sich an der Fertigstellung des "Katalogs des Lebens" zu beteiligen. Der Vorsitzende von Species 2000, Professor Frank Bisby, verglich die Herausforderung mit der kürzlich erfolgten Kartierung des menschlichen Genoms: "So wie das Genom-Projekt wird der Katalog des Lebens zum Flaggschiff der Wissenschaftler im Bereich der Artenvielfalt", sagte er.