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Forschungsarbeiten zur Verbesserung der Sicherheit am Arbeitsplatz notwendig

1996 starben über 5.500 Personen bei Unfällen am Arbeitsplatz. Vier Prozent aller Arbeiter waren in diesem Jahr in einen Arbeitsunfall verwickelt. Diese von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz vorgelegten Zahlen bildeten den Hintergrun...

1996 starben über 5.500 Personen bei Unfällen am Arbeitsplatz. Vier Prozent aller Arbeiter waren in diesem Jahr in einen Arbeitsunfall verwickelt. Diese von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz vorgelegten Zahlen bildeten den Hintergrund für einen Workshop, der sich mit der europäischen Dimension bei der Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz befasste. Auf dem Workshop stellte man fest, dass im Rahmen der verschiedenen EU-Rahmenprogramme keine spezifischen Forschungsarbeiten in den Bereichen Gesundheit und Sicherheit durchgeführt wurden. Auch wurde die Notwendigkeit einer Früherkennung auftretender Risiken erkannt. Die Gewerbeaufsichtsbehörde des VK (HSE) erarbeitet eine eigene Prognose der technologischen Trends und ihrer möglichen Auswirkungen auf Gesundheit und Sicherheit. Potenzielle neue Trends werden auf der Internet-Homepage des HSE veröffentlicht. Allerdings erfordern sowohl bekannte als auch neue Risiken ständige Aufmerksamkeit. Die gefährlichsten Arbeitsplätze finden sich nach wie vor in der Baubranche, wobei kleine und mittlere Unternehmen (KMU) die meisten Unfälle verzeichneten, ganz einfach, weil die Mehrheit der erwerbstätigen Bevölkerung in diesem Sektor beschäftigt ist. Der KMU-Sektor hat außerdem die geringsten Möglichkeiten, Top-Down Maßnahmen im Bereich Gesundheit und Sicherheit zu nutzen. Die Alterung der Arbeitskräfte stellt ein Problem für sich dar. Obwohl derzeit lediglich 36 Prozent der 55- bis 64-jährigen einer Erwerbstätigkeit nachgehen, während dies bei 68 Prozent der 15- bis 64-jährigen der Fall ist, wird dieser Anteil voraussichtlich steigen. Das wird sich auf "normale" Arbeitspraktiken auswirken, die körperliche Anstrengungen erfordern. Auf dem Workshop wurden Verfahren zur Verbesserung der Gesundheits- und Sicherheitsbilanz erörtert. Während man der Ansicht war, dass Gesetzgebung und Exekutive eine Rolle spielen müssen, wurde die in Schweden praktizierte Strategie als die erfolgreichste angesehen. Seit 1974 wurden Arbeiter aufgefordert, als regionale Sicherheitsbeauftragte bei der Unfallverhütung mitzuwirken. Diese Arbeiter kontrollierten die Arbeitsbedingungen in KMU und unterstützten lokale Maßnahmen zur Gefahrenprävention. Untersuchungen lassen darauf schließen, das dieses System KMU besser unterstützt und bessere Ergebnisse erzielt als die Inspektion durch die Gewerbeaufsicht. Im Laufe des Workshops wurden des öfteren Stellungnahmen und Fallstudien zitiert, denen zufolge ohne grundlegende Nachweise und ohne ein Forum zum Informationsaustausch über bestmögliche Verfahren eine Verbesserung der Situation kaum möglich sein dürfte. Aus diesem Grund wurde die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz gegründet.