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Inhalt archiviert am 2022-12-21

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Mobilität von Forschern ist laut Bericht der Schlüssel zur Erreichung des EFR

Der jüngste Bericht der hochrangigen Sachverständigengruppe (HLG) zur Verbesserung der Mobilität von Forschern macht deutlich, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um vorhandene Hindernisse in Bezug auf die freie Bewegung von Forschern zu beseitigen, wenn der vorgeschlagene...

Der jüngste Bericht der hochrangigen Sachverständigengruppe (HLG) zur Verbesserung der Mobilität von Forschern macht deutlich, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um vorhandene Hindernisse in Bezug auf die freie Bewegung von Forschern zu beseitigen, wenn der vorgeschlagene Europäische Forschungsraum (EFR) Wirklichkeit werden soll. Der im April dieses Jahres gedruckte Bericht, der kürzlich veröffentlicht wurde, untersuchte Bewegungen zwischen den Ländern (grenzüberschreitende Mobilität) sowie zwischen Industrie und Wissenschaft und der Privatwirtschaft und der öffentlichen Hand (sektorübergreifende Mobilität). Die HLG ist der Ansicht, dass Forscher - und im Besonderen die aus Drittländern (Nicht-EU-Mitgliedstaaten) - einer Fülle von verwaltungstechnischen Hürden hinsichtlich der transnationalen Mobilität ausgesetzt sind. Forscher aus Drittländern oder Forscher mit Familienmitgliedern aus Drittländern haben mit lästigen Problemen wie Visa, Aufenthaltserlaubnissen sowie erforderlichen Arbeitserlaubnissen zu kämpfen. Weiterhin wird es Forschern, die nicht aus der EU stammen, durch Einwanderungsbeschränkungen oft unmöglich gemacht, sich länger als zu Kurzaufenthalten oder zur Beschäftigung im Gastland aufzuhalten. Unterschiede in den Sozialversicherungssystemen und den Steuersystemen der verschiedenen Mitgliedstaaten machen es ebenfalls unattraktiv, aus Ländern mit hohen Sozialleistungen (z.B. ein längerer Mutterschaftsurlaub) in Länder mit hohen Steuern und Sozialabgaben zu ziehen. In einigen Fällen müssen mobile Forscher Sozialbeiträge wie beispielsweise zur Arbeitslosenversicherung leisten, auf deren Bezug sie jedoch keinen Anspruch haben. Das Risiko, doppelt Steuern zu zahlen und Rentenansprüche zu verlieren, verringert nochmals den Reiz, Forschungstätigkeiten im Ausland nachzugehen. Die HLG hat jedoch auch einige Beispiele guter Arbeitspraktiken in diesem Bereich ausgemacht. In Frankreich sind beispielsweise Inhaber wissenschaftlicher Visa automatisch von der Pflicht zur Arbeitserlaubnis ausgenommen. Außerdem wird für den Ehepartner ebenfalls automatisch eine Arbeitserlaubnis ausgestellt. Deutschland verfolgt einen ähnlichen, erfreulichen Ansatz, indem es die Gesetze zur Arbeitserlaubnis für Forscher aus Drittländern, die im Rahmen von EU-Programmen gefördert werden, nur eingeschränkt anwendet. Zusätzlich zu den bürokratischen Hürden, denen mobile Forscher ausgesetzt sind, entdeckte die HLG noch eine Reihe von sozialen, kulturellen und praktischen Schwierigkeiten, die die freie Bewegung von Forschern einschränken können. Eins der Hauptprobleme besteht darin, dass koordinierte, alle wesentlichen Themen umfassende Informationsquellen fehlen. Aus dem Internet abrufbare Informationen sind beispielsweise oft veraltet und nicht korrekt. Der Mangel an zusammenhängenden Informationen wird oft begleitet von mangelnder persönlicher Unterstützung bei rechtlichen und praktischen Problemen. Alltägliche Probleme können die Schwierigkeiten ausländischer Forscher noch vergrößern. Mangelnde Kenntnisse der Sprache des jeweiligen Gastlandes - dies stellt in den Labors kein größeres Problem dar, weil hier oft eine gemeinsame Sprache verwendet wird - können die soziale Integration behindern und Probleme im Alltagsleben verursachen. Dies kann sich besonders für begleitende Familienmitglieder wie Kinder als problematisch erweisen. Auf persönlicher Ebene können Veränderungen in der Karriere des Partners und in der Ausbildung der Kinder Schwierigkeiten nach sich ziehen, die durch einen Mangel an Unterstützung und Informationen noch verstärkt werden. Einige Länder wie Frankreich, die Niederlande, Finnland und das Vereinigte Königreich jedoch stellen Internetseiten zur Verfügung, die landesweite Informationen zu Möglichkeiten und Gesetzen enthalten. In Frankreich leistet die Kastler-Stiftung Forschern aus dem Ausland persönliche Hilfe und einige Länder bieten Unterstützung durch Familiensprachkurse. Die HLG untersuchte ebenfalls eine Reihe von Faktoren, die Forscher unter Umständen davon abhalten könnten, ihrer Karriere eine europäische Dimension zu verleihen. Obwohl die Möglichkeit besteht, durch Reisen ins Ausland die Attraktivität einer wissenschaftlichen Karriere zu erhöhen und der Gefahr eines zukünftigen Mangels an Forschern entgegenzusteuern, können derzeit zahlreiche Faktoren diese Mobilität zu einem Nachteil werden lassen. Forscher, die ihre nationalen Forschungsarbeiten unterbrochen haben, haben oft Schwierigkeiten, eine Beschäftigung nach ihrer Rückkehr zu finden. Im Falle von Forschern mit Festanstellung wird der Auslandsaufenthalt im Hinblick auf eine Beförderung oder den geistigen Nutzen nicht anerkannt. Die Attraktivität ausländischer Forschungsarbeit wird ebenfalls durch Probleme wie ungenügende finanzielle Förderung und Schwierigkeiten bei der Anerkennung ausländischer Qualifikationen behindert. In einigen Mitgliedstaaten wurden bei der Bewältigung dieser Probleme jedoch Fortschritte erzielt. Auf der Ebene der Europäischen Gemeinschaft und der Ebene der Mitgliedstaaten wird eine große Bandbreite transnationaler Mobilitätsprogramme durchgeführt. Portugal hat beispielsweise zwischen 1994 und 1999 die Anzahl der Mobilitätsstipendien für ausländische Forscher, die nach Portugal kommen, um 50 Prozent erhöht. Die HLG hat ebenfalls festgestellt, dass weitere Unterstützung bei der Herstellung von Verbindungen zwischen Industrie und Wissenschaft notwendig ist, um die wirtschaftlichen Vorteile neuer Fortschritte in der Technologie voll und ganz nutzen zu können und mit den Anforderungen der Globalisierung zurechtzukommen. Die Mobilität der Forscher zwischen den Sektoren wird allgemein als nützlicher Mechanismus betrachtet, um diese Verbindungen zu unterstützen. Hinsichtlich des geringen Anteils von EU-Forschern, der im Vergleich mit den USA und Japan im kaufmännischen Bereich beschäftigt ist, ist dies von besonderer Bedeutung. In dem Bericht der HLG wurde eine Reihe von ideologischen Barrieren hinsichtlich der sektorübergreifenden Mobilität herausgestellt. Diese kommen zu praktischen Hürden wie der Übertragung der Sozialversicherung und der mangelnden finanziellen Unterstützung für Startup-Unternehmen noch hinzu. Mangelndes Verständnis zwischen den Sektoren ist häufig die primäre Ursache von Konflikten. Diese können beispielsweise Veröffentlichung versus Vertraulichkeit, umfassende Forschung versus Produktentwicklung und Streit über geistige Eigentumsrechte sein. In allen Mitgliedstaaten sind jedoch Programme zur Förderung der sektorübergreifenden Mobilität in Kraft. Das Weißbuch zu Wissenschaft und Innovation des Vereinigten Königreichs zielt darauf ab, diese Verbindung durch Stärkung der Schnittstelle zwischen Industrie und Wissenschaft zu fördern. In dem Bericht der HLG wird eine Reihe von Bereichen vorgeschlagen, in denen weitere Aktivitäten notwendig sind. Diese beinhalten die Einrichtung eines Internetportals, um mobile Forscher mit aktuellen Informationen über Gesetze, Verwaltung und Kultur zu versorgen. Die Bereitstellung dieser Informationen sollte mit Maßnahmen einhergehen, die Forscher dabei unterstützen, während ihres Auslandsaufenthalts Verbindungen mit dem heimischen Auftraggeber aufrechtzuerhalten, und mit einem Verhaltenskodex, um die Praxis im Umgang mit ausländischen Forschern zu verbessern. In dem Bericht wird ebenfalls die Einrichtung eines Workshops für gute Arbeitspraktiken zum Austausch von Beispielen bestmöglicher Verfahren vorgeschlagen. Außerdem sollen die Hürden in Bezug auf die Mobilität der Forscher hinsichtlich der Rechtslage und weiterer praktischer Beispiele untersucht werden. Diese Diskussionen sollten die Basis eines konstanten Dialogs zwischen den Mitgliedstaaten und der EU bilden, um vorhandene Probleme noch sichtbarer zu machen. Der Bericht enthält ebenfalls Vorschläge zur Schaffung eines zusammenhängenden Schemas für die Möglichkeiten zur Vergabe von Fördermitteln auf nationaler und Gemeinschaftsebene. Die HLG betonte ebenfalls die Notwendigkeit eines verbesserten Sprachtrainings für Forscher und ihre Familien, eine umfassendere Unterstützung für Haushalte, in denen zwei Karrieren verfolgt werden, sowie für Forscher mit Kindern. Wie wichtig es ist, dass öffentliche Forschungseinrichtungen den wissenschaftlichen und geistigen Wert von Auslandsaufenthalten anerkennen, wurde ebenfalls betont. Die HLG, der Vertreter der Generaldirektion Forschung der Europäischen Kommission sowie der Regierungen der Mitgliedsländer angehören, wurde vom Europäischen Forschungskommissar Philippe Busquin als Reaktion auf die Annahme der Entschließung des Forschungsrats zur Mobilität der Forscher im Juni 2000 einberufen.

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