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Busquin unterzeichnet europäisch-russische Abkommen über Energie- und Weltraumforschung

EU-Forschungskommissar Philippe Busquin unterzeichnete im Rahmen des Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin am 3. Oktober in Brüssel Abkommen mit Russland über eine Zusammenarbeit in den Bereichen Energie- und Weltraumforschung. EU-Kommissar Busquin traf mit dem ru...

EU-Forschungskommissar Philippe Busquin unterzeichnete im Rahmen des Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin am 3. Oktober in Brüssel Abkommen mit Russland über eine Zusammenarbeit in den Bereichen Energie- und Weltraumforschung. EU-Kommissar Busquin traf mit dem russischen Atomenergieminister Alexander Rumjantsew zur Unterzeichnung zweier Vereinbarungen über eine Zusammenarbeit im Bereich Kernfusion und Kernspaltung zusammen. Die Abkommen sind Teil von Busquins Strategie der Öffnung des vorgeschlagenen Europäischen Forschungsraums für Drittländer und der Förderung der Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation. Die Vereinbarung zur Kernfusion betrifft schwerpunktmäßig die Erforschung der Energieerzeugung mit Hilfe kontrollierter Kernfusion und die Entwicklung einer Technologie zum Bau eines geeigneten Reaktors für dieses Verfahren. Die Vereinbarung zwischen der EU und Russland dürfte auf russischer Seite als Versuch gesehen werden, ihre Position als mögliches Gastland für den Fusionsreaktor auszubauen. Russland zählt neben Frankreich, Japan und Kanada zu den Ländern, die ihr Interesse am Reaktorstandort geäußert haben, der mit wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Vorteilen verbunden wäre. Die Kernfusion, die das Potenzial für eine sichere, nachhaltige, treibhausgasfreie Energiegewinnungsquelle besitzt, hat sich in den letzten Jahren als heißes Eisen entpuppt, wobei die Kommission vorgeschlagen hat, im nächsten FTE-Rahmenprogramm RP6 700 Millionen in die Kernforschung zu investieren. Die Kernfusion könnte ferner ein Schlüsselelement bei der Bewältigung potenzieller künftiger Energieprobleme der EU darstellen. Bei der Eröffnung einer Konferenz über erneuerbare Energieformen am 25. September in Brüssel sagte EU-Kommissar Busquin, dass derzeit 50 Prozent der Energie in der EU importiert werde. Nach den Schätzungen des Grünbuchs zur europäischen Strategie zur Energieversorgungssicherheit fügte er hinzu, dass sich diese Abhängigkeit der Union bis 2020-2030 auf 70 Prozent steigern könne - eine Situation, die durch die EU-Erweiterung noch begünstigt werden könne. Die Vereinbarung über nukleare Sicherheit konzentriert sich auf Reaktorsicherheit, Strahlenschutz, nukleare Entsorgung, Stillegung veralteter Anlagen und die Kontrolle von Kernmaterial. Die Zusammenarbeit im Rahmen der Vereinbarungen über nukleare Sicherheit und Kernfusion, die eine Laufzeit von zunächst zehn bzw. fünf Jahren haben werden, ist schwerpunktmäßig auf den Austausch technischen Know-hows, von Experten, Materialien und Ausrüstung sowie auf Schulungen und gemeinsame Forschungsstudien ausgerichtet. Beide Vereinbarungen werden von gemeinsamen Arbeitsgruppen überwacht. EU-Kommissar Busquin festigte ferner die seit langem bestehende Weltraumkooperation zwischen Europa und Russland mit der Unterzeichnung eines gemeinsamen Dokuments zur Euro-Russian Space Partnership (Europäisch-Russische Weltraumpartnerschaft) mit dem Generaldirektor der russischen Weltraumorganisation Juri Koptjew. Das Abkommen befasst sich schwerpunktmäßig mit Satellitennavigationssystemen, wie beispielsweise Galileo und Glonass, der europäischen Initiative zur globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung (GMES) sowie mit Startdienstleistungen, insbesondere dem Start von Sojusraketen vom Europäischen Weltraumzentrum in Kourou, Französisch-Guayana. Die Partnerschaft umfasst ferner auch neue Aktivitäten zu Weltraumprogrammen, wie beispielsweise bemannte Missionen, die Erforschung von Planeten, die Entwicklung künftiger Transportsysteme und die Nutzung der Internationalen Raumstation. Das Abkommen wird von einem hochrangigen Lenkungsausschuss überwacht, der die Partnerschaft umsetzt und dafür sorgt, dass jedes gemeinsame Programm die gesetzten Ziele und Standards erreicht. Er wird ferner die gerechte und kostengünstige Aufteilung der Aktivitäten und die gemeinsame Nutzung der Ergebnisse und Leistungen überwachen.

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