Sponsoring-Initiative für die europäische ISS-Forschung
Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und die Italienische Raumfahrtagentur (ASI) haben am 8.März gemeinsam die erste Sponsoring-Initiative für die europäische Forschung an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) gestartet. Das gemeinsame Vorhaben der ESA und der ASI bietet europäischen Firmen die Möglichkeit, von den Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) durchgeführte wissenschaftliche und technologische Forschungsarbeiten zu sponsern. Damit könnten sie Projekte unterstützen, die zu einem besseren Verständnis der menschlichen Physiologie, zur Vorbeugung von Krankheiten wie Osteoporose, zu Studien zur Verringerung industriell verursachter Umweltschäden sowie zur Entwicklung neuer Materialien und Proteine zum Nutzen der ganzen Menschheit beitragen. Maurizio Belingheri, der Leiter der ISS-Vermarktung bei der ESA, hofft, dass diese Initiative das Ansehen der Weltraumforschung und der ISS in der Öffentlichkeit steigern und "unsere Tätigkeiten im Weltraum bekannter machen" wird. Er bezeichnete die ISS als ein "fantastisches Labor", dessen Forschungseinrichtungen ein breites Spektrum an wissenschaftlichen Disziplinen abdecken. Schwerelosigkeit und die nach einem strengen Auswahlverfahren ausgewählten Astronauten seien ein weiterer Wettbewerbsvorteil. Nach seinen Worten würde das Sponsoring der ESA-Weltraumforschung der Weltraumorganisation gestatten, ihre Ressourcen an Bord der ISS "intensiver und besser" auszunutzen. Belingheri zufolge handelt es sich bei dieser Initiative um "Sponsoring für einen guten Zweck". Die an der Initiative beteiligten Firmen würden nicht eigens genannt, sondern erhielten die Möglichkeit, Einrichtungen der ESA für PR-Veranstaltungen zu nutzen oder ESA-Astronauten für Vorträge über die europäische Weltraumforschung im Rahmen von Unternehmensveranstaltungen einzuladen. Die beiden Weltraumagenturen suchen Unternehmen, "deren Aufgabe oder Ideal mit der Verbesserung der Lebensqualität auf der Erde im Einklang steht und die sich für nachhaltige Forschung im Weltraum einsetzen". Ihnen zufolge gibt diese Initiative italienischen und anderen europäischen Konzernen Gelegenheit, "die Raumfahrt als Werbemittel zu entdecken und den Verbrauchern ein neues Image ihres Unternehmens als engagierter Befürworter der Verbesserung der Lebensqualität auf der Erde zu vermitteln". Die erste Sponsoring-Gelegenheit wird der "Taxiflug" zur ISS im April diesen Jahres sein, an dem der italienische ESA-Astronaut Roberto Vittori teilnimmt. Die ISS, das größte und komplexeste internationale Wissenschaftsprojekt aller Zeiten, ist viermal so groß wie die russische Raumstation Mir. Die USA sind für die Bedienung der wichtigsten Systeme und Komponenten an Bord der Raumstation zuständig. Weitere Projektpartner sind Kanada, Japan, Russland und die Europäische Weltraumorganisation.
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Italien