Kommission fordert zur Einreichung von Informationen zur Festsetzung der Agenda des RP6 auf
Die Veröffentlichung der Aufforderung zur Einreichung von Interessenbekundungen durch die Europäische Kommission am 20. März trägt zur Festsetzung einer Agenda für Forschungsthemen bei, die im nächsten Rahmenprogramm (RP6) abgedeckt werden sollen, und hilft den Einreichern bei der Vorbereitung auf die Aufforderung, hieß es seitens der Kommission. Die Interessenbekundungen sind ein Instrument zur Informationssammlung in einigen Bereichen, auf die sich die Forscher konzentrieren, sowie zur Messung des Aktivitätsniveaus auf spezifischen Gebieten. Es wird keine formelle Auswertung der Interessenbekunden geben, stattdessen analysiert die Kommission die eingereichten Interessenbekunden und hebt diese bis Juli 2002 im Internet hervor. Die Einreicher haben jedoch die Möglichkeit, sich für eine vertrauliche Behandlung der Informationen zu entscheiden. Es gibt zwar kein individuelles Feedback, keinen Haushalt und keine spezifischen Wettbewerbsvorteile bei der Einreichung einer Interessenbekundung (da die Einreichung weder eine Voraussetzung für die Teilnahme am RP6 darstellt, noch durch sie die Chancen erhöht werden, dass das Thema bei einer frühen Aufforderung erscheint), doch die Kommission vertritt die Auffassung, dass dies eine gute Gelegenheit zur Vorbereitung auf die Teilnahme an Aufforderungen im RP6 darstellt. Die Einreichung einer Interessenbekundung bedeutet, dass man sich mit anderen Forschern zu der Form eines Konsortiums zusammenschließen muss, die in das Konzept der neuen Instrumente hineinpasst, wie beispielsweise Exzellenznetze oder integrierte Projekte. Auf einer von der Kommission am 20. März organisierten Veranstaltung zur Erläuterung der Funktionsweise des Rahmenprogramms im Hinblick auf dessen siebte Priorität - Bürger und modernes Regieren (governance) in der Wissensgesellschaft - richtete sich die Diskussion darauf, wie die Interessenbekundung funktionieren wird. Es wurden Bedenken geäußert, dass die Möglichkeit der vertraulichen Behandlung dazu führen könnte, dass einige der Einreicher, die auf eine vertrauliche Behandlung verzichtet haben, benachteiligt werden könnten. Andrew Sors von der Kommission erklärte, dass die Idee, eine vertrauliche Behandlung der Interessenbekundungen zuzulassen, darauf ausgerichtet sei, keine künftige Gruppe von einer Teilnahme abzuschrecken. Auf die Frage, was die Kommission unternehmen werde, um ein Feedback von den Forschern zu erhalten, wenn nur wenig Interessenbekundungen eingereicht würden, sagt Dr. Peter Fisch von der Kommission, dass es viele andere Quellen gebe, wie beispielsweise Programmausschüsse, Workshops und Dialogübungen. "Wenn wir kein umfangreiches Feedback erhalten, stehen wir nicht mit leeren Händen da", sagte er. Er fügte jedoch hinzu, dass ein Versäumen dieser Gelegenheit möglicherweise das Versäumen einer nützlichen Art der Vorbereitung auf die eigentliche Sache sei. "Um tatsächlich die volle europäische Dimension zu erlangen, brauchen Sie Partner aus ganz Europa, und diese Aufforderung könnte eine Möglichkeit sein, dies zu erreichen." Teilnehmer der Veranstaltung äußerten Bedenken angesichts der neuen Instrumente, die im RP6 eingesetzt werden sollen, welche von den Vertretern der Kommission angesprochen wurden. Colette Renier erwiderte in Beantwortung auf einen Punkt, wonach die Möglichkeit bestünde, dass sich Exzellenznetze zu "geschlossenen Gesellschaften" entwickeln könnten, dass dieser Vorbehalt nicht neu sei. "Natürlich könnten Exzellenznetze zwischen Freunden betrieben werden, aber das ist nichts Neues, und ich denke, dass sich dies sogar reduzieren ließe. Das Exzellenznetz schaut auch auf die Exzellenz der Partnerschaft", sagte sie. Den Vorbehalt, dass die Position kleinerer Länder und Organisationen durch die neuen Instrumente gefährdet werden könnte, räumte Sors aus. "Mein persönlicher Eindruck ist, dass es für kleinere Unternehmen einfacher als früher sein wird, sich an größeren Netzen zu beteiligen."