Zukunftsszenarien sollen Interesse für RP6 wecken
Derzeit wird im VK ein im vergangenen Jahr erstellter Bericht einer Gruppe der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission über die Zukunft der Informations- und Kommunikationstechnologien veröffentlicht, um auf Finanzierungsmöglichkeiten unter dem Sechsten Rahmenprogramm (RP6) aufmerksam zu machen. Das Programm "Technologien der Informationsgesellschaft" (IST) erhält mit 3,6 Milliarden Euro die höchste Mittelzuweisung aus dem RP6-Haushalt. Der Bericht befasst sich mit einigen möglichen zukünftigen Ergebnissen dieser Investition, insbesondere, wie dank der neuen Technologien Mikrocomputer in Alltagsgegenstände integriert werden können, um die Interaktion mit dem Menschen so natürlich wie möglich zu gestalten. "UKISHelp", der Beratungsdienst des VK für britische Organisationen, die sich um Mittel aus dem IST-Programm der EU bemühen, veröffentlicht zurzeit einige der anregenden Inhalte des Berichts. Der Bericht basiert auf EU-finanzierten Forschungsarbeiten und beschreibt anhand von wirklichkeitsnahen Szenarien, wie das Leben mit "Ambient Intelligence" für Europäer im Jahr 2010 aussehen könnte. Die Szenarien wurden vom Institut für technologische Zukunftsforschung der GFS im Auftrag der IST-Beratungsgruppe ISTAG (Information Society Technologies Advisory Group) entwickelt. Eines dieser Szenarien schildert das Leben einer fiktiven Person namens "Dimitrios" im Jahr 2010. "Dimitrios trägt in seiner Kleidung (oder im eigenen Körper) einen stimmaktivierten "Gateway" oder eine digitale Version seiner selbst, umgangssprachlich "D-Ich" oder "Digital-Ich" genannt. Das "D-Ich" ist einerseits ein lernfähiges Gerät, das Informationen über Dimitrios aus seinen Interaktionen mit seiner Umgebung sammelt, und andererseits ein aktives Gerät, das Kommunikations-, Datenverarbeitungs- und Entscheidungsfindungsfunktionen bietet." Dimitrios hat das Gerät ganz zu Anfang teilweise selbst programmiert, verlässt sich aber nun eher auf dessen "intelligente" Reaktionen, statt es selbst aktualisieren zu wollen. Telefonanrufe von geringerer Wichtigkeit werden von Dimitrios' "D-Ich" formell, aber freundlich mit Dimitrios' Stimme und seiner typischen Aussprache beantwortet. Wenn das "D-Ich" einen Anruf als dringlich genug interpretiert, um Dimitrios darauf aufmerksam zu machen, "ruft" es ihn mit einem vorher festgelegten Rufton. Im Vorwort des ISTAG-Berichts wird vor Fehlinterpretationen des Inhalts gewarnt: "Die Szenarien sind keine herkömmlichen Extrapolationen der Gegenwart", heißt es dort, "bieten aber provokante Blicke auf mögliche Zukunftsszenarien, die Wirklichkeit werden können (aber nicht müssen).... die konkreten Szenarien dürfen nicht als Endziele um ihrer selbst willen verstanden werden. Vielmehr sollen damit die konkreten Schritte und technologischen Herausforderungen deutlich gemacht werden.... die bei Zukunftsprognosen zu berücksichtigen sind." Peter Walters von "UKISHelp" interessiert sich eher dafür, ob der Bericht das Interesse der Briten am IST-Programm der Kommission wecken kann, da die Unternehmen im VK "dazu beitragen, dass die Vorhersagen des ISTAG-Berichts Wirklichkeit werden". Er kommt zu dem Schluss: "In Anbetracht einer neuen europäischen IT-Finanzierungsmöglichkeit im Umfang von 3,6 Milliarden Euro im Rahmen des Sechsten Rahmenprogramms im Laufe dieses Jahres, rät das britische Ministerium für Handel und Industrie (DTI) den britischen Entscheidungsträgern, sich nun näher mit den geschäftlichen Vorteilen einer Positionierung ihrer Unternehmen an vorderster Front der technologischen Innovation in Europa zu beschäftigen."