Internationales Konsortium dekodiert Genom der Maus
Ein internationales Konsortium von Wissenschaftlern hat einen Entwurf des genetischen Codes der Maus veröffentlicht. Der Durchbruch wird Forschern, die das menschliche Genom untersuchen, wichtige Informationen liefern. Säugetiere haben viele grundlegende biologische Funktionen gemeinsam, wie z.B. die Immunreaktion, die Regulierung der Zellteilung sowie die Entwicklung der wichtigsten Organsysteme. Mäuse und Menschen haben rund 85 Prozent der Gensequenzen gemeinsam, die die Proteine kodieren, die für diese Funktionen verantwortlich sind. Menschen und Mäuse haben außerdem rund 50 Prozent der DNA-Sequenzen gemeinsam. Durch einen Vergleich der Genomsequenzen von Menschen und Mäusen, um Bereiche mit Ähnlichkeiten zu finden, ist die Identifizierung von proteinkodierenden Abschnitten und Regulierungssequenzen möglich. Daher wird die Genomsequenz der Maus ein wichtiges Instrument für die Interpretation neu verfügbarer menschlicher Genomsequenzen darstellen. Wissenschaftler werden auch in der Lage sein, die Maus als Modellsystem zur Erforschung menschlicher Krankheiten und zur Entwicklung und Erprobung neuer Behandlungsmethoden zu nutzen. Die Entscheidung, ein internationales öffentlich-privates Konsortium zur Sequenzierung des Mausgenoms zu gründen, um diese Sequenzierung zu beschleunigen, wurde im Oktober 2000 bekannt gegeben. Mehrere US-amerikanische Gesundheitsinstitute, der britische Wellcome Trust, eine unabhängige Einrichtung zur Finanzierung von Forschung und drei private Unternehmen - SmithKlineBeecham, das Merck-Genomforschungsinstitut und Affymetrix - finanzierten die Forschung, die im britischen Sanger-Zentrum und zwei US-amerikanischen Labors durchgeführt wurde. Ein privates US-Unternehmen hatte bereits zuvor das Mausgenom entschlüsselt, doch Wissenschaftler müssen bezahlen, um die Ergebnisse einzusehen. Die Arbeit des internationalen Konsortiums wird hingegen kostenlos im Internet zur Verfügung stehen.
Länder
Vereinigtes Königreich