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Inhalt archiviert am 2023-01-01

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Zu häufige und verfrühte Berichterstattung über Wissenschaftstreffen in der Presse

Nach Meinung von zwei Ärzten aus den USA kann eine zu häufige und verfrühte Berichterstattung über Wissenschaftstreffen Forschungsergebnisse verzerren. In einem Bericht im "Journal of the American Medical Association" (JAMA) schreiben Dr. Steven Woloshin und Dr. Lisa Schwartz...

Nach Meinung von zwei Ärzten aus den USA kann eine zu häufige und verfrühte Berichterstattung über Wissenschaftstreffen Forschungsergebnisse verzerren. In einem Bericht im "Journal of the American Medical Association" (JAMA) schreiben Dr. Steven Woloshin und Dr. Lisa Schwartz von der Dartmouth Medical School und der Veterans Affairs Outcomes Group, dass vorläufige Forschungsergebnisse in den Medien oft als feststehende Tatsachen präsentiert werden, auch wenn sie von der Wissenschaft noch nicht validiert oder bewertet wurden. Dr. Woloshin und Dr. Schwartz durchsuchten Datenbanken und fanden Presseberichte über fünf hochkarätige Medizinertreffen aus dem Jahr 1998. Über ca. 27 Prozent der Forschungspräsentationen wurde in mindestens einer Zeitung auf der Titelseite berichtet. Von der Gesamtanzahl der Forschungspräsentationen, über die in den Medien berichtet wurde, waren 24 Prozent randomisierte Studien, bei 21 Prozent handelte es sich um kleinere Projekte mit weniger als 30 Patienten und 16 Prozent waren Tier- oder Laborstudien ohne Patienten. "Wissenschaftstreffen sollen den Forschern ein Forum bieten, um Kollegen neue Arbeiten vorzustellen; dabei kann es sich um vorläufige Ergebnisse handeln, die von der Wissenschaft erst in begrenztem Umfang überprüft wurden", so die Meinung der Verfasser. "Häufig werden laufende Arbeiten vorgestellt. Leider halten Projekte den in sie gesetzten Erwartungen nicht immer stand; in einigen Fällen tauchen fatale Fehler auf. Eine Berichterstattung in dieser frühen Phase könnte in der Öffentlichkeit den falschen Eindruck erwecken, dass die Daten hieb- und stichfest, die Methoden stichhaltig und die Erkenntnisse weithin anerkannt sind", fügen sie hinzu. Sie betonen, dass dies zu unbegründeten Hoffungen oder auch Befürchtungen unter den Patienten führen könnte, die sich dann unter Umständen um aussichtslose Tests und Behandlungen ohne Wirkung bemühten. Die Forscher appellieren an die Journalisten, die vorläufige Natur der Erkenntnisse in ihren Berichten herauszustellen, während die Wissenschaftler die Grenzen ihrer Arbeit aufzeigen sollten, wenn sie den Medien Bericht erstatten.

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