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Bericht beschreibt die Schwierigkeiten bei der Bewertung wissenschaftlicher Produktivität

Ein neuer Bericht der Europäischen Kommission weist auf die Schwierigkeiten bei der Messung wissenschaftlicher und technologischer Produktivität hin. Die Untersuchung geht auf den Aufruf des Europäischen Rats in Lissabon vom März 2000 zurück, der für eine "neue offene Methode...

Ein neuer Bericht der Europäischen Kommission weist auf die Schwierigkeiten bei der Messung wissenschaftlicher und technologischer Produktivität hin. Die Untersuchung geht auf den Aufruf des Europäischen Rats in Lissabon vom März 2000 zurück, der für eine "neue offene Methode der Koordinierung" der Politiken im Bereich Forschung und technologische Entwicklung (FTE) warb. Inzwischen liegen eine ganze Reihe von Benchmarking-Berichten vor, in denen es um den Vergleich von Verfahren und Leistungen, die Feststellung vorbildlicher Praktiken und die Einrichtung eines ständigen Prozesses des gegenseitigen Lernens geht. "Wissenschaft und Technik lassen sich kaum als einfaches Input-Output-Verhältnis definieren. Sie beinhalten verschiedenste Akteure, Aufgaben, Ziele und Organisationsprinzipien und lassen sich nur innerhalb ihres eigenen "systemischen" Kontexts vergleichen", heißt es im Bericht. Die Untersuchung stellt jedoch fest, dass "Wissenschaft und Technik anerkanntermaßen materielle und immaterielle, kodifizierte und stillschweigende Ergebnisse liefern". Die Leistung lässt sich bis zu einem gewissen Maß - nach Ansicht der Autoren ungefähr zur Hälfte - über die Anzahl der neuen wissenschaftlichen Veröffentlichungen und der neu erteilten Patente bestimmen. "Wissenschaftliche Veröffentlichungen und Patente sind nur Zwischenergebnisse der Forschung. Ihre Messung ist teilweise Voraussetzung für die Verwirklichung breiter gefasster Ziele, was wissenschaftliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Fortschritte anbelangt. Diese Einschränkungen sollten bei der Nutzung solcher Ergebnisse beachtet werden", so der Bericht. Trotz dieser Einschränkungen beinhalten die Zahlen manche interessante Fakten. Was etwa wissenschaftliche Veröffentlichungen und Patentanmeldungen angeht, deuten die Statistiken nicht auf einen Rückstand der EU gegenüber den USA und Japan hin. Dem Bericht zufolge zeigen sie eher einen "Finanzierungsrückstand" auf. In absoluten Zahlen werden in der EU die meisten wissenschaftlichen Veröffentlichungen produziert. Knapp dahinter rangieren die USA, während Japan weit abgeschlagen auf den dritten Rang kommt. Rechnet man die Veröffentlichungen jedoch auf die Einwohnerzahl um, landet die EU hinter den USA, aber noch vor Japan. Dieser Rückstand ist zwischen 1995 und 1999 um fast die Hälfte geschrumpft. Was das Verhältnis zwischen der Anzahl der Veröffentlichungen und den für die Hochschulforschung bereitgestellten Mitteln anbelangt, platziert sich die EU vor den USA und Japan, wobei sie ihren Vorsprung zwischen 1995 und 1999 verdoppelt hat. Andererseits liegt die EU hinter den USA und Japan auf dem dritten Platz, was die Anzahl der Patente im Vergleich zu den Ausgaben für die Unternehmens-FuE (Forschung und Entwicklung) betrifft. Innerhalb der EU stammen zwei Drittel aller Publikationen aus dem VK, Frankreich und Deutschland. Nach den Veröffentlichungen je Einwohner liegen die nordischen Länder ganz vorne, gefolgt von den Niederlanden und dem VK. Das Verhältnis zwischen der Anzahl der Veröffentlichungen und den für die Hochschulforschung bereitgestellten Mitteln fällt in den einzelnen EU-Ländern ganz unterschiedlich aus: Das VK, Finnland und Dänemark rangieren mit 40 Prozent über dem Durchschnitt EU-weit an der Spitze, während Deutschland und Portugal nur 10 Prozent besser als der Durchschnitt sind. Auch die Anzahl der Patente im Verhältnis zu den Ausgaben für die Unternehmens-FuE zeigt starke Schwankungen zwischen den EU-Mitgliedstaaten. Hier schneiden Schweden, die Niederlande und Deutschland am besten ab. Die Reihenfolge wird jedoch stark davon beeinflusst, welche Branchen der Industrie überwiegen, wobei Länder, in denen die Branchen Maschinenbau, Chemie, Kommunikationsausrüstung und Elektronik eine wichtige Rolle spielen, auch bei den Patentanmeldungen vorne liegen. Nach Ansicht der Autoren des Berichts verschaffen solche Benchmarking-Studien den Ländern einen besseren Einblick in die Zusammensetzung ihres Forschungs- und Innovationsbereichs. "Vergleiche können auch als Faktor für die Leistungsverbesserung angesehen werden", heißt es im Bericht.

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