IDA-Konferenz setzt Prioritäten für das E-Government
E-Government-Dienste müssen der linguistischen Vielfalt Europas Rechnung tragen und so bürgernah wie möglich sein. Zu diesen Schlussfolgerungen gelangte die kürzlich in Brüssel abgehaltene IDA-Konferenz (Interchange of Data between Administrations - Datenaustausch zwischen Verwaltungen), bei der die Anforderungen von Nutzern grenzüberschreitender öffentlicher Dienstleistungen im Mittelpunkt standen. "Werden die Anforderungen von Benutzern [...] jenseits der Landesgrenzen bei der Auslegung dieser Dienste nicht berücksichtigt, so könnten sich daraus sogar ungewollte Hindernisse für die weitere Entwicklung des Binnenmarktes ergeben. Unternehmen könnten dadurch weniger wettbewerbsfähig werden, Bürgern könnten höhere Kosten entstehen", unterstrich der für Unternehmen und die Informationsgesellschaft zuständige Kommissar Erkki Liikanen. Über 250 Teilnehmer tauschten ihre Ansichten und Vorstellungen über die Erbringung von E-Government-Diensten aus und kamen zu dem Schluss, dass die Dienste auf lokaler Ebene erbracht werden sollten, wo sich die Bürger und Unternehmen den Behörden enger "verbunden" fühlen. Es wurde auch unterstrichen, wie wichtig es ist, die sprachliche Vielfalt Europas zu berücksichtigen, indem Websites in mehreren europäischen Sprachen erstellt werden. Zeitgleich mit der Konferenz fand der Start des neuen Webportals Public-Services.eu statt. Die Website soll Bürgern und Unternehmen, die in einem anderen europäischen Land leben, arbeiten oder unternehmerisch tätig werden möchten, Informationen zur Verfügung stellen. Für Bürger gibt das Portal Auskünfte zu Themen wie Gesundheitsversorgung, Führerschein, Schulbesuch, Pensionierung, Eröffnung eines Bankkontos und Beschäftigung. Unternehmen erhalten Informationen zu Buchhaltung, Fördermöglichkeiten, Personalfragen, zum Arbeitsrecht, zum internationalen Handel sowie zu Steuer- und Verfahrensfragen. Auf der Veranstaltung wurden zudem die Ergebnisse der offenen IDA-Konsultation über das E-Government veröffentlicht. Diese führten zu dem Schluss, dass die Hindernisse für paneuropäische E-Government-Dienste nicht nur technischer und sprachlicher Natur sind. Probleme wie die Unkenntnis über Verwaltungsabläufe anderer Mitgliedstaaten und ein empfundener Mangel an Transparenz müssen ebenfalls gelöst werden. Ein Bericht der Beobachtungsstelle für das E-Government befasste sich mit weiteren möglichen Schwierigkeiten. So wurde auf die Diskrepanz zwischen dem Bedarf von Unternehmen an Dienstleistungen und die von Behörden geplante Durchführung von Dienstleistungen hingewiesen.