Laser im Zug gegen Laub auf den Schienen
Jedes Jahr im Herbst stellt sich in Europa vielfach das Problem, dass Blätter Eisenbahn- und Straßenbahnschienen bedecken. Dies kann nicht nur lange Verspätungen der Züge, sondern auch schwere Unfälle zur Folge haben. Bisher reinigte man das Herbstlaub mit Spüllösungen oder Sand, doch beide Methoden erfordern teure Transporte und das Mitführen von großen Mengen Sand oder Wasser. Dank der Zusammenarbeit zwischen britischen und deutschen Forschern wird es jedoch möglicherweise bald ein wirksameres Verfahren geben, das Laser zur Schienenreinigung einsetzt. Zurzeit stellt sich dieses Problem besonders im VK, denn die Stürme Ende Oktober haben an einem einzigen Tag so viele Blätter wie sonst in einem Monat von den Bäumen gefegt. Daher ist es vielleicht keine Überraschung, dass das Projekt von der britischen Firma LaserThor angeführt wird. LaserThor hat in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Lasertechnik in Aachen bereits einen Prototyp entwickelt, der die Schienen auf drei Zentimetern Breite freibrennt und dabei eine Geschwindigkeit von 10 km/h erreicht. Das Team will als Nächstes ein kostengünstiges Gerät bauen, das in Servicezügen direkt vor den Lokrädern arbeitet. Obwohl der Laser bei einem Puls eine Leistung von 400.000 Watt (mehr als notwendig wäre, um die Schienen freizubrennen) abgibt, verbraucht der Laser nur ungefähr so viel Energie wie ein Küchenherd. Mit Unterstützung der britischen Eisenbahnbehörden soll nächstes Jahr ein Prototyp eingesetzt werden. Die Entwickler des Lasers haben bereits weitere Anwendungen ihrer Technik im Auge, so etwa die Reinigung von Hochspannungsmasten, die mit Lacken vor Korrosion geschützt sind. Wenn diese neu gestrichen werden müssen, muss vorher auf der gesamten Fläche von rund 500 Quadratmetern die alte Farbe entfernt werden. Mit dem Laser würde dies weit schneller als mit dem derzeitigen mechanischen Verfahren gehen. Außerdem würden die abgesprengten Farbpartikel aufgesaugt, sodass die Umweltbelastung geringer ist.