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Inhalt archiviert am 2023-01-01

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Die Rolle des Patents im Innovationsprozess

"Innovation wird nur erzielt, wenn die Innovation auf den Markt trifft." Dies waren die Worte von Thomas Gering, dem Verantwortlichen für die Etablierung von Spin-offs, die im Patentinstitut der Fraunhofer-Gesellschaft entwickelt wurden, bei der Descartes- und Archimedes-Preis...

"Innovation wird nur erzielt, wenn die Innovation auf den Markt trifft." Dies waren die Worte von Thomas Gering, dem Verantwortlichen für die Etablierung von Spin-offs, die im Patentinstitut der Fraunhofer-Gesellschaft entwickelt wurden, bei der Descartes- und Archimedes-Preisverleihung am 5. Dezember in München. Zu Dr. Gering auf das Podium gesellten sich Vertreter des Europäischen Patentamts (EPA), von Hochschulen, des Max-Planck-Instituts und der OECD, um eine Diskussion darüber zu führen, wie die Umsetzung von Forschungsergebnissen in vermarktbare Produkte gesichert werden kann. "Die benötigte Zeit, um eine innovative Entdeckung auf den Markt zu bringen, beträgt derzeit sechs Jahre ab dem Zeitpunkt, an dem ein Ergebnis generiert wird", so Dr. Gering. Dieser Zeitraum sei in den letzten zehn Jahren verringert worden, jedoch nur um ein Jahr, fügte er hinzu. Die Antwort darauf sei, Forschung durch modernstes Management sowohl in öffentlichen als auch privaten Institutionen intensiver zu unterstützen. Dem stimmte auch Jan Balzarini von der Universität Leuven zu, einer der beiden Gewinner des Descartes-Preises 2001 für die Entwicklung neuer Medikamente zur Behandlung von HIV. "Forscher sollten Zugang zu einer Abteilung für geistiges Eigentum haben, die ihnen hilft zu beurteilen, ob es sich lohnt, etwas patentieren zu lassen, sie bei der Stellung des Patentantrags und bei der Suche nach Partnern unterstützt", so Professor Balzarini. Leuven habe eine sehr starke Abteilung in diesem Bereich, fügte er hinzu. Es sei äußerst teuer, ein neues Medikament auf den Markt zu bringen (etwa zwischen 100 und 200 Millionen Euro für ein Medikament), so Professor Balzarini. Eine Hochschulabteilung kann diese Kosten nicht allein tragen und muss deshalb Partner aus der Industrie finden. Ihrerseits ist die Industrie nicht willens, in ein Produkt zu investieren, das keinen Schutz im Sinne eines Patents hat. Die Beziehungen zwischen Industrie und Hochschulen seien nicht immer glatt verlaufen, so Professor Balzarini. Während Forscher verpflichtet seien zu veröffentlichen, wolle die Industrie Forschungsergebnisse lieber geheim halten, bis sich ein Produkt im Markt etabliert hat. Der Aufruf zu einem Gemeinschaftspatent erfolgte durch Pantelis Kyriakides, Vizepräsident des EPA, und Joseph Straus, geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht. Professor Straus hob einen Widerspruch hervor: Während die EU einen Binnenmarkt hat, werde man bald 23 separate Patentanträge stellen müssen, um ihr gesamtes Territorium abzudecken. "Das ist nicht nur realistisch, sondern ein Muss, sonst besteht die Gefahr, dass die Entdeckungen der heutigen Preisträger in einem anderen Teil der globalen Wirtschaft entwickelt werden", so Professor Straus. Dr. Gering erkannte ebenfalls die wachsende Bedeutung eines Gemeinschaftspatents in einem erweiterten Europa an. "Je mehr Länder, je mehr Rechtssysteme beteiligt sind, umso schwieriger wird es, individuelle Innovationsprojekte bis zum Ende zu verfolgen", erklärte er. "Wenn es keinen Patentschutz gibt, werden wir nicht in der Lage sein, Investitionen anzuziehen", fügte er hinzu.

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