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Inhalt archiviert am 2023-01-13

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EU-Forschung offenbart Oberflächenwirkung von Erdbeben

Forscher der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission haben die Ergebnisse der Untersuchung eines Erdbebens veröffentlicht, das 2001 in Gujarat, Indien, stattgefunden hat. Diese Ergebnisse stellen wertvolle Informationen für die Analyse künftiger Erdbeben...

Forscher der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission haben die Ergebnisse der Untersuchung eines Erdbebens veröffentlicht, das 2001 in Gujarat, Indien, stattgefunden hat. Diese Ergebnisse stellen wertvolle Informationen für die Analyse künftiger Erdbeben dar. Mit Hilfe von Daten des MISR-Instruments (Multi-angle Imaging SpectroRadiometer) an Bord des NASA-Satelliten Terra konnte das GFS-Team zusammen mit US-amerikanischen, französischen und deutschen Wissenschaftlern die Regionen analysieren, die durch das Erdbeben erschüttert wurden und die nicht von Untersuchungsteams vor Ort analysiert werden konnten. Es wurde festgestellt, dass das Erdbeben, das fast 20.000 Menschenleben forderte, darüber hinaus auch eine plötzliche Freisetzung von Grundwasser und Sedimenten in weiten Bereichen bewirkte, alte Flussbetten reaktivierte und zur Bildung flacher Seen führte. Außerdem konnte beobachtet werden, dass dieses Phänomen der "Entwässerung" von einer Bodenverflüssigung begleitet war, bei der sich Sedimente während Erdbeben eher wie Flüssigkeiten verhalten, was schwere Schäden an Gebäuden verursachen kann. EU-Forschungskommissar Philippe Busquin erklärte: "Das sind Informationen von zentraler Bedeutung, vor allem im Hinblick auf die humanitären und wirtschaftlichen Auswirkungen solcher Katastrophen. [...] Die erfolgreiche Zusammenarbeit auf EU- und internationaler Ebene zeigt den Nutzen eines koordinierten Vorgehens wie bei der GMES-Initiative (Globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung)." Die einzigartige Fähigkeit des MISR-Systems, die der Sonne zugewandte Seite der Erde aus neun verschiedenen Winkeln und über vier Spektralbänder zu beobachten, machte es möglich, das plötzliche Auftreten von Oberflächenwasser um das Epizentrum des Erdbebens zu entdecken. Die Kommission hat darüber hinaus MISR-Daten zur Erkennung und Charakterisierung der Eigenschaften atmosphärischer Aerosole über Land sowie zur Beurteilung der Eigenschaften von Landoberflächen aufgrund ihrer spektralen und direktionalen Profile genutzt. EU-Forscher beabsichtigen, das MISR-System zur Entwicklung von neuen Algorithmen zu nutzen, um Informationen über die Beschaffenheit der Landoberflächen zu gewinnen. "Mit Hilfe fortgeschrittener Weltraumtechnologie konnten verschiedene Oberflächenwirkungen von Erdbeben exakt und wirksam erfasst werden", so Philippe Busquin. "Wir entwickeln zur Zeit in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation und nationalen Weltraumbehörden eine Raumfahrtpolitik für die EU, um weltraumgestützte Aufklärungstechnologien in den Dienst unserer politischen Ziele zu stellen".

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