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Inhalt archiviert am 2023-01-13

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Behandlung mit genetisch veränderten T-Zellen effektiv gegen Krebs

Britische Forscher haben eine wirksame Waffe gegen Darmkrebs entdeckt, die genetisch veränderte Blutzellen zur Identifizierung und Bekämpfung der Erkrankung einsetzt. Wissenschaftler der Krebsforschungsorganisation Cancer Research UK isolierten und entfernten bei zehn Patient...

Britische Forscher haben eine wirksame Waffe gegen Darmkrebs entdeckt, die genetisch veränderte Blutzellen zur Identifizierung und Bekämpfung der Erkrankung einsetzt. Wissenschaftler der Krebsforschungsorganisation Cancer Research UK isolierten und entfernten bei zehn Patienten mit Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium eine besondere Art von weißen Blutkörperchen, die T-Lymphozyten oder T-Zellen. T-Zellen haben im Immunsystem die Aufgabe, fremde Zellen zu erkennen und anzugreifen. Da Krebszellen aber abnormale Versionen von Körperzellen sind, werden sie von T-Zellen oft nicht erkannt. Um diesem Problem beizukommen, wurden T-Zellen um ein künstliches Gen ergänzt. Dieses Gen besitzt ein Erkennungsteil, damit Krebszellen schneller entdeckt werden, und ein Aktivierungsteil, um sie zu erfassen und zu zerstören. Anschließend testeten die Forscher im Labor das genetisch veränderte Blut mit Darmkrebszellen: Alle zehn Proben erwiesen sich als hochwirksam gegen Krebs. Professor Robert Hawkins von der Onkologieabteilung bei Cancer Research UK erklärte dazu: "Das Immunsystem ist meistens leistungsfähig und sehr effektiv. Bei Krebs kann es aber durcheinander kommen und braucht etwas Unterstützung. Im Rahmen dieser neuen Studie haben wir Immunzellen so ausgestattet, dass sie Tumorzellen erkennen, erfassen und zerstören können. Wir haben somit die Kraft des Immunsystems genutzt, um die Krankheit zu bekämpfen." Das Forscherteam sieht vor, seine Technik nächstes Jahr am Menschen zu testen. Dabei sollen 30 Patienten mit Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium T-Zellen entnommen und nach einer genetischen Veränderung wieder eingesetzt werden. "Die Technik hat in sämtlichen Labortests funktioniert. Die eigentliche Frage ist aber, ob sie auch bei Krebspatienten erfolgreich ist", so Professor Hawkins. Schätzungen zufolge erkranken jedes Jahr 300.000 Menschen in Europa und den Vereinigten Staaten an Darmkrebs. Die Nachricht dieses wissenschaftlichen Durchbruchs fällt mit dem Beginn einer britischen Kampagne für mehr Bewusstsein für diese Krankheit zusammen, die den ganzen April über darauf aufmerksam machen soll, dass die Erforschung von Therapien gegen diese Krebsart, die im VK die zweithöchste Todesrate aufweist, verstärkt werden muss. Professor Robert Souhami, der Leiter der Klinischen Forschung bei Cancer Research UK, meinte: "Die Entwicklung dieser neuen Technik wird noch einige Zeit dauern, aber sie erscheint viel versprechend für Fälle, die für die konventionelle Medizin unlösbar erscheinen."

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