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Inhalt archiviert am 2023-01-13

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Nationale Fachleute der GD Forschung fungieren als "Fenster" für Beitrittsländer

Das Referendum in Ungarn am 12. April hat ergeben, dass die Ungarn über ihre Integration in die EU begeistert sind. Diese Einstellung wird durch Statistiken gestützt, die Angaben zu der Anzahl der Mitarbeiter in der GD Forschung der Europäischen Kommission machen, die die Beit...

Das Referendum in Ungarn am 12. April hat ergeben, dass die Ungarn über ihre Integration in die EU begeistert sind. Diese Einstellung wird durch Statistiken gestützt, die Angaben zu der Anzahl der Mitarbeiter in der GD Forschung der Europäischen Kommission machen, die die Beitrittsländer repräsentieren. Die erste GD, die Mitarbeiter aus den Beitrittsländern einstellte, die GD Forschung, beschäftigt zurzeit 13 nationale Fachleute aus den Beitrittsländern, von denen fünf aus Ungarn kommen. Erika Szendrak ist eine solche Expertin der Kommission. Sie war eine der ersten Praktikanten aus einem Nichtmitgliedstaat, die 2000 in Brüssel ankamen, und sie kehrte dann als beauftragte nationale Expertin im Jahr 2002 zurück. Sie bereitet zurzeit in den Beitrittsländern durchgeführte nationale Forschungsmaßnahmen nach und ist an der Benchmarking-Untersuchung der GD Forschung beteiligt, die vom Referat "Offene Koordinierung der Forschungspolitik" geleitet wird. Aufgrund der Tatsache, dass die Beitrittsländer nun gleichberechtigt mit den EU-Mitgliedstaaten am Sechsten Rahmenprogramm teilnehmen können, hat die Erweiterung im Bereich der Forschung bereits stattgefunden. Dr. Szendraks Weg nach Brüssel war "ein wenig gekennzeichnet durch internationale Mobilität, ein wenig durch Erweiterungsthemen und ein wenig durch Nutzung meiner Qualifikationen, von denen ich niemals angenommen hätte, dass ich sie auf einer solchen Ebene würde einsetzen können, als ich promovierte", sagte sie in einem Interview mit CORDIS-Nachrichten. Nach dem Studium des Gartenbaus und der Biotechnologie in Ungarn verbrachte Dr. Szendrak fast vier Jahre in den Vereinigten Staaten, wo sie Vorlesungen hielt und an ihrer Promotion arbeitete. Nach ihrer Promotion kehrte sie nach Ungarn zurück. Ihre Rückkehr im Jahr 1998 fand zeitgleich mit Ungarns Teilnahme am Fünften Rahmenprogramm (RP5) statt sowie mit dem damit verbundenen Bedarf an Informationen über die Bedingungen für eine Teilnahme. Sie nahm eine Stelle bei der Ungarischen Stiftung für Wissenschaft und Technologie an, die ungarische Forscher bei der Teilnahme unterstützt. Darauf folgte ein fünfmonatiges "Praktikum" im für die Koordination der horizontalen Aspekte zuständigen Referat "Erhaltung der Ökosysteme" der GD Forschung. Dr. Szendrak hatte von ehemaligen Kollegen erfahren, dass diese Institution "von Vorteil für beide Seiten" sei. Während sie ihre Kenntnisse über das RP5 erweitern konnte, profitierte die Kommission von ihrem Wissen über die Forschung in den Beitrittsländern. Die Möglichkeit, als beauftragte Expertin zu arbeiten, ergab sich 2002 und Dr. Szendrak nimmt an, dass sie aufgrund ihrer Kenntnisse über die Beitrittsländer ausgewählt wurde und auch, weil sie Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit diesen Forschern und ihren Förderorganisationen hatte. Auch hier profitieren beide Seiten von ihrer Ernennung. Dr. Szendrak glaubt, dass sie als "Fenster" für die Kommission und die Beitrittsländer fungiert und beide mit Informationen über den und von dem jeweils anderen versorgt. Sie ist in der Lage, der Kommission einen Eindruck darüber zu vermitteln, wie Forscher in den Beitrittsländern vernetzt sind, über die Forschungskultur zu informieren und ihren Kollegen zu zeigen, wo sie nach weiteren Informationen suchen können. Die Beitrittsländer dagegen können aus Dr. Szendraks Erfahrungsschatz über den Umgang mit EU-Angelegenheiten und ihrer Beratung in Bezug auf bürokratische Traditionen, "die manchmal sehr komplex und manchmal weniger komplex sind", Nutzen ziehen. Daher kann sie Menschen die richtige Richtung weisen, wenn sie Anfragen haben. Der Referatsleiter für Personalpolitik der GD Forschung Georges Papageorgiou teilte CORDIS-Nachrichten mit, dass die Kommission keine Pläne habe, in großem Rahmen Personen aus den Beitrittsländern vor Abschluss des Erweiterungsprozesses einzustellen. Bürger dieser Länder hätten jedoch vorher die Möglichkeit, Aushilfspositionen einzunehmen. Da die Erweiterung in den Programmen der GD Forschung bereits stattgefunden hat, wird die GD diese Möglichkeit wahrscheinlich nutzen. Kennen jedoch die Personen in den Beitrittsländern, die sich um solch eine Position bewerben könnten, ihre möglichen Chancen in Brüssel? "Es gibt hier viele Informationen und viele Möglichkeiten; wenn man jedoch nicht genau weiß, wo man suchen soll und wen man fragen muss, dann hat man verloren", führte Dr. Szendrak aus. "Die Menschen sind es gewohnt, Informationen zu erhalten, ohne darum zu ersuchen. Das ist hier nicht der Fall. Man muss danach suchen, man muss seine Hausaufgaben machen, man muss gut formulierte Fragen vorbereitet haben. Wenn man dies hat, bekommt man Antworten", fügte sie hinzu. Aus diesem Grund gibt es in den Beitrittsländern zurzeit umfangreiche Informationskampagnen, die von den nationalen Behörden und der Kommission gemeinsam koordiniert werden. Auf die Frage hin, wie sie darüber denke, eine der ersten Personen aus einem Beitrittsland zu sein, die eine Position in der Kommission einnimmt, gab Dr. Szendrak ihrem Stolz und ihrem Verantwortungsgefühl Ausdruck: "Ich bin natürlich sehr stolz [...] und ich weiß diese Chance sehr zu schätzen. Ich fühle mich dafür aber auch verantwortlich. [...] Ich denke, dass ich in gewisser Hinsicht mein Land vertrete. Und ich glaube, dass wir alle, die wir aus Beitrittsländern hier beschäftigt sind, sehr gut wissen, dass wir von Dritten nicht nur als Person, sondern auch als 'jemand aus einem gewissen Land' angesehen werden." Sie bezeichnet ihre gegenwärtige Position als "Herausforderung", die sie jedoch sehr genieße und von der sie profitiere, "beruflich und auch menschlich und persönlich". Und warum ist Ungarn in der Kommission so stark vertreten? "Die Ungarn sind schon immer sehr international, sehr weltoffen und zu Zusammenschlüssen bereit gewesen. Es mag auch historische Gründe haben und geografisch gesehen befinden wir uns in der Mitte Europas", mutmaßte Dr. Szendrak.

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