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Energising Scientific Endeavour through Science Gateways and e-Infrastructures in Africa

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Hackfests und Science Gateways zur Unterstützung von Innovationen durch afrikanische Wissenschaftler

Die Einbindung afrikanischer Forscher hat sich verbessert, ein Mangel an Fachwissen für den Aufbau von Science Gateways und Datendepots sowie für die Schaffung von Apps stellt jedoch ein Hindernis dar. Ein Team von EU-Informatikern behebt diesen Zustand durch eine innovative Kombination aus Hackfests, neuen Trainingsmaterialien und Online-Diskussionsforen.

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Mit der Unterstützung des EU-finanzierten Projekts SCI-GAIA werden afrikanische Wissenschaftler zu einem Teil der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft. Zwei Jahre lang wurde für die Praxis der Open Science (offene Wissenschaft) in Afrika geworben, indem die Nutzung von Science Gateways und E-Infrastrukturen vereinfacht wurde. Hierdurch können Forscher an Sichtbarkeit gewinnen und ihre Arbeit für die Anwendung auf gesellschaftliche Probleme wie unter anderem der Verkehrssicherheit, der Energieversorgung für entfernte Bereiche und der medizinischen Diagnostik mit anderen teilen. Was sich sehr fachspezifisch anhören mag, war tatsächlich eine Reaktion auf eine ganz klare Frage: „Wir stellten uns selbst die Frage, womit wir die afrikanische Wissenschaft am einfachsten unterstützen könnten?“, sagt Dr. Simon Taylor, Projektkoordinator und Lektor in Informatik an der Brunel University London im UK. „Wir hatten die Idee eines Toolkits zur Schaffung eines offenen Repository und stellten daraufhin anderen die Frage: Gibt es Daten oder Anwendungen, die Sie mit anderen teilen möchten?“ Dr. Taylor und seine Kollegen sind in den vergangen zehn Jahren an Maßnahmen der EU beteiligt gewesen, um afrikanischen Forschern Hochleistungs-Rechennetzwerke verfügbar zu machen. Im Laufe dieser Zeit haben EU-Infrastrukturprojekte wie z. B. AfricaConnect die Einbindung der Forscher verbessert. Andere Probleme sind jedoch nach wie vor vorhanden. „Vorhergehende Projekten hatten den Wert von E-Infrastrukturen demonstriert“, sagt Dr. Taylor, „aber… die Einrichtung dieser Systeme gestaltet sich schwierig und es gibt kein Standard-Trainingsmaterial zur Veranschaulichung. Daher haben wir uns der Erstellung von Trainingsmaterialien und der Ausbildung von Wissenschaftlern für den Aufbau eigener E-Infrastrukturen gewidmet.“ Intensive Zusammenarbeit Die erste Trainingsveranstaltung wurde im April 2016 abgehalten. Hierbei handelte es sich um eine herkömmliche Lehrveranstaltung, die laut Dr. Taylor „okay war, man hätte es jedoch besser machen können. Daher haben wir die Idee von Hackfests umgesetzt – Gelegenheiten zur intensiven Zusammenarbeit, bei denen sich Entwickler und Fachexperten zur Entwicklung eines Produkts treffen.“ Dieses interaktivere Format funktionierte gut und vier solcher Veranstaltungen wurden zwischen Juli 2016 und Februar 2017 in Italien, Nigeria und Äthiopien abgehalten. „Das interessante ist, zu beobachten, wie sich diese ,Studenten‘ angesichts des Lehrmaterials an dem Hackfest beteiligten. Wenn man dieses unter mehrere hoch motivierte Menschen bringt und diese dazu veranlasst, intensiv zusammenzuarbeiten, ist es wunderbar zu sehen, wie viele wissenschaftliche Innovationen geschöpft werden können“, sagt Dr. Taylor. Gesundheit und Solarenergie Benjamin Aribisala, Professor für Informatik an der Lagos State University von Nigeria, erstellte ein Science Gateway zur Freigabe seines „Medical Image Processor and Repository“ (Bildprozessor und Repository für die Medizin) zur Analyse von Hirnscans. Diana Rwegasira, Lehrbeauftragte für Informatik an der Dar-es-Salaam University in Tansania, entwickelte eine agentenbasierte Simulation, um zu erforschen, wie Solarenergiemärkte in abgelegenen Gebieten funktionieren könnten. Die Masterstudenten Dennis Muoki und Charles Njaramba der Egerton University in Kenia schufen das Kenyan Public Health Gateway (kenianisches Gateway für öffentliche Gesundheit) zur Verbreitung Ihrer App, das kenianischen Medizinern die Erstellung von Karten für Motorradunfallschwerpunkte ermöglicht. „Man kann sehr schnell erkennen, wo sich Unfälle ereignen. Dies ist dabei behilflich, die Beweise zu sammeln, die dazu beitragen könnten, eine wichtige Todesursache in Afrika abzuschwächen“, sagt Dr. Taylor. SCI-GAIA unterstützte 35 Teilnehmer bei der Schaffung von Apps und Services. Es wurden sieben Science Gateways und fünf Open-Access-Datendepots sowie 30 Wissenschafts-Apps geschaffen, die über bestehende Science Gateways gehostet werden. Der Projektpartner WACREN wird im November 2017 in Lagos ein Hackfest nur für Frauen organisieren und Dr. Taylors Team sucht nach Fördermitteln, um dedizierte African Centres of Open Science (afrikanische Zentren der offenen Wissenschaft) zu erproben und einzurichten. „Es gibt ein immenses Innovationspotenzial in Afrika und wir sind definitiv auf einen Mechanismus gestoßen, mit dem dieses Potenzial ausgeschöpft werden kann“, lautet die Schlussfolgerung von Dr. Taylor.

Schlüsselbegriffe

SCI-GAIA, Open Science, afrikanische Forscher, Science Gateways, E-Infrastrukturen, Apps, Hackfests, wissenschaftliche Innovation

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