Kommission finanziert Projekt zur Kartierung der zukünftigen Ozonbelastung Europas
Die Europäische Kommission finanziert eine neue Forschungsmaßnahme, die feststellen soll, welchen Einfluss Polarwolken in großer Höhe auf das Ozonloch haben. Sie ist Teil einer größeren Maßnahme mit dem Ziel, den Rückgang der Ozonschicht besser zu verstehen und vorauszusagen. Das MAPSCORE-Projekt wird im Rahmen des Abschnitts "Energie, Umwelt und nachhaltige Entwicklung" des Fünften Rahmenprogramms finanziert. Dank ENVISAT, dem Umweltsatelliten der Europäischen Weltraumorganisation, konnten die Forscher die Lage von Polarwolken in großer Höhe erstmals online und fast in Echtzeit kartieren. Das Chlor in der Stratosphäre über den Polkappen, das in einer Höhe von 12 bis 28 Kilometer vorkommt, wird an der Wolkenoberfläche freigesetzt. Anschließend wird es direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt, was zu einem schnellen Rückgang der Ozonschicht führt. Um genaue Aussagen über die Auswirkungen dieser Wolken in der polaren Stratosphäre treffen zu können, müssen jedoch ihre Größe und Ausdehnung bekannt sein. Dies wurde durch ENVISAT möglich. Der Koordinator des MAPSCORE-Projekts, Dr. John Remedios von der Universität Leicester (VK), sagte: "ENVISAT ermöglicht uns zum ersten Mal, polare stratosphärische Wolken [PSC] in 'Fast-Echtzeit' zu kartieren. [...] Unsere atmosphärischen Modelle über die Entstehung der PSC und ihre Folgen basieren auf diesen Angaben. Dies ist wichtig für Voraussagen darüber, wie schnell der Abbau der Ozonschicht in den kommenden Jahren voranschreitet, denn PSC sind ein wichtiger Teil dieses Problems." Dr. Remedios zufolge sollen die Ergebnisse des MAPSCORE-Projekts in die größere Ozon-Strategie der Kommission einfließen: "[W]ir beteiligen uns sehr aktiv an der neuen Kampagne der Europäischen Kommission namens 'Vintersol', bei der über 300 Wissenschaftler aus über 14 Ländern Europas versuchen, die Ursachen für den Ozonschwund in mittleren Höhen zu messen und zu verstehen und zukünftige Ozonwerte vorauszusagen." Die Ozonschicht in der Stratosphäre über Europa hat im Schnitt alle zehn Jahre um sechs Prozent abgenommen, was zu einer stärkeren ultravioletten Strahlung am Boden führte. Die Ergebnisse des MAPSCORE-Projekts werden den an Vintersol beteiligten Wissenschaftlern helfen, Aussagen über die zukünftige Ausdehnung des Ozonlochs und mögliche gesundheitliche Gefahren für die Bevölkerung Europas zu treffen.
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Vereinigtes Königreich