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Inhalt archiviert am 2023-01-13

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Astronomen protestieren gegen Pläne zur Aufgabe einer Planeten-Suchmission

Mehr als 400 Astronomen aus ganz Europa und anderen Kontinenten haben sich in einem Schreiben an die Europäische Weltraumorganisation (ESA) gewandt, um sie zu bitten, die Aufgabe der Eddington-Mission zu überdenken. Dieser Schritt könnte "das Vertrauen in das europäische Raumf...

Mehr als 400 Astronomen aus ganz Europa und anderen Kontinenten haben sich in einem Schreiben an die Europäische Weltraumorganisation (ESA) gewandt, um sie zu bitten, die Aufgabe der Eddington-Mission zu überdenken. Dieser Schritt könnte "das Vertrauen in das europäische Raumfahrt-Zeitalter zerstören", so die Unterzeichner. Die ESA hatte beabsichtigt, die Eddington-Sonde im Jahr 2008 auf die Suche nach bisher unbekannten Planeten zu schicken. Dabei sollten erdähnliche bewohnbare Planeten gefunden und Statistiken über die Verteilung von Planeten um andere Sterne erstellt werden. Die Mission würde unschätzbar wertvolle Informationen für das Verständnis der Entwicklung der Sterne und ihres Alters liefern. Die Beteiligten gehen davon aus, dass dies von entscheidender Bedeutung für das Verständnis des Entstehens der Struktur und der chemischen Entwicklung von Galaxien ist. Wie die ESA mitgeteilt hat, könnten Finanzierungsschwierigkeiten sie jedoch erstmals in ihrer Geschichte zwingen, eine Mission aufzugeben. In dem Schreiben, das an ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain und David Southwood, ihren Direktor des Wissenschaftlichen Programms, adressiert war, heißt es, die Mission sei nicht nur entscheidend für das Verständnis der Entwicklung von Galaxien, sondern auch für die Entdeckung von Lebenszeichen im Weltraum und die Sicherung der Stellung Europas als Raumfahrtpionier. "Europa hat sowohl in der Suche nach Planeten als auch in der Asteroseismologie Pionierarbeit geleistet", heißt es in dem Schreiben an die ESA. Es war ein europäisches Team, das 1995 erstmals einen Planeten um einen anderen Stern entdeckt hat, und Europäern sind mehrere weitere Entdeckungen zu verdanken. Europäische Gruppen haben darüber hinaus als Erste globale solare Oszillationen bemerkt und ein Helioseismologie-Experiment im Weltraum durchgeführt. "Es wäre eine Tragödie, wenn Europa diese wichtigen Forschungsbereiche, wo man eindeutig führend ist, einstellen würde", so die Astronomen. Die angespannte Haushaltslage der ESA ist teilweise auf das Startverbot für die Trägerrakete Ariane und dessen Folgen für die Rosetta-Mission zum Kometen Wirtanen, die aus diesem Grund ein anderes Ziel ansteuern musste, zurückzuführen. Die Autoren des Schreibens verweisen jedoch darauf, dass Eddington mit dem erst letztes Jahr beschlossenen Budget von 180 Millionen Euro durchgeführt werden könnte. Außerdem betonen sie, dass die beteiligten Organisationen bereits ein großes Maß an Zeit und Geld in die Eddington-Mission investiert hätten und manchen Gruppen bereits nationale Fördermittel für das Projekt bewilligt worden seien.

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