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Liikanen verlangt größere Zusammenarbeit zwischen Business Angels auf europäischer Ebene

Wie Erkki Liikanen, das für Unternehmen und die Informationsgesellschaft zuständige Kommissionsmitglied, am 13. November in Mailand erklärte, bestätigen die Reaktionen auf die Konsultation der Europäischen Kommission über das Grünbuch zum Thema Unternehmergeist, dass die wesen...

Wie Erkki Liikanen, das für Unternehmen und die Informationsgesellschaft zuständige Kommissionsmitglied, am 13. November in Mailand erklärte, bestätigen die Reaktionen auf die Konsultation der Europäischen Kommission über das Grünbuch zum Thema Unternehmergeist, dass die wesentliche Rolle der Business Angels in der Innovationsfinanzierung in ganz Europa weitgehend anerkannt ist. Business Angels sind Einzelinvestoren, die Unternehmen in der Anfangsphase finanzieren und beraten. Vor dem vierten Kongress des European Business Angels Network (EBAN) sagte Liikanen, obwohl Business-Angel-Netze vor allem auf lokaler und regionaler Ebene tätig seien, sei eine gesamteuropäische Vorgehensweise im Bereich der Finanzierung durch Beteiligungskapital wünschenswert. "Eigene Finanzierungsquellen, z.B. für Unternehmen der Gesundheits- oder der Biotechnologiebranche, sind nach der ersten Finanzierungsrunde nur in sehr wenigen Ländern vorhanden", erläuterte Liikanen. "Hier müssen Investoren einspringen [...]. In diesem Zusammenhang appelliere ich an Sie, Ko-Investitionsprogramme und Partnerschaften zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor weiterhin zu prüfen." Als Folgemaßnahme zu ihrer früheren Pilotaktion zur Unterstützung von Business-Angel-Netzen wird die Kommission im Jahr 2004 ein europaweites Business-Angel-Panel einrichten, das aktuelle Trends bei Business Angels verfolgen und sich ein Stimmungsbild der Branche verschaffen soll. Obwohl Liikanen auf eine intensivere gesamteuropäische Zusammenarbeit drängt, ist er sich bewusst, dass Business-Angel-Netze nur dann erfolgreich sind, wenn sie die Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten berücksichtigen: "Die Geschäftsmodelle sollten flexibel und auf die jeweiligen Gegebenheiten der einzelnen Länder und Regionen zugeschnitten sein", sagte er. In einem Bericht der Europäischen Kommission vom März 2003 heißt es, dass sich immer mehr Unternehmen in der Anlaufphase an Business Angels wenden, um sich Anfangskapital zu beschaffen, da Wagniskapital-Beteiligungsgesellschaften kleine Investitionen zurückgefahren haben und Banken aufgrund der hohen Gemeinkosten zunehmend Abstand von diesem Sektor nehmen. Die Konsultation der Europäischen Kommission über das Grünbuch zum Thema Unternehmergeist, die im Laufe dieses Jahres durchgeführt worden ist, bestätigt, dass Unternehmen oft Probleme haben, sich in der Frühphase eine ausreichende Risikofinanzierung zu beschaffen. Aus Liikanens Sicht sind genau definierte, begrenzte staatliche Eingriffe notwendig, damit "die [finanziellen] Risiken sowohl vom öffentlichen als auch dem privaten Sektor getragen werden". Allerdings sollte die öffentliche Förderung ausschließlich die Finanzierungslücke in der Anfangsphase betreffen, so das Kommissionsmitglied: "Wir müssen darauf achten, private Investoren nicht zu verdrängen, indem wir unsere Maßnahmen auf die rentableren späteren Phasen ausdehnen, in denen eine solche Lücke nicht erkennbar ist." Liikanen zeigte sich abschließend optimistisch, dass sich das makroökonomische Umfeld bis zur Frühjahrstagung 2004, wenn die Kommission ihren Aktionsplan zum Unternehmertum vorlegen wird, zwar langsam, aber kontinuierlich verbessern wird. "Strukturreformen, niedrige Inflation, niedrige Rohstoffpreise und die Erholung an den Aktienmärkten bilden eine solide Basis für das Wirtschaftswachstum. Dies bedeutet neue Chancen für Unternehmer und neue Chancen für Business Angels."

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