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Liikanen stellt Bedingungen für Finanzierung des Unternehmertums durch den öffentlichen Sektor heraus

Der EU-Kommissar für Unternehmen und die Informationsgesellschaft Erkki Liikanen sprach sich am 21. November auf einer Konferenz in Barcelona für eine begrenzte Finanzierung des Unternehmertums durch den öffentlichen Sektor aus. In einer Rede vor den Teilnehmern der "Conferen...

Der EU-Kommissar für Unternehmen und die Informationsgesellschaft Erkki Liikanen sprach sich am 21. November auf einer Konferenz in Barcelona für eine begrenzte Finanzierung des Unternehmertums durch den öffentlichen Sektor aus. In einer Rede vor den Teilnehmern der "Conference on Innovation and Entrepreneurship" ("Konferenz zu Innovation und Unternehmertum") sagte Liikanen, die wichtigste Aufgabe für den öffentlichen Sektor bestehe darin, ein stabiles und konsistentes gesetzliches Umfeld zu liefern, in dem die Finanzmärkte effizient funktionieren können. Der Kommissar sagte jedoch auch, dass keine rein marktorientierte Lösung für das Problem der Finanzierung innovativer Start-ups, "die keine Vermögenswerte außer ihren brillanten Ideen besitzen", gefunden worden sei. "Aufgrund der hohen Risiken und laufenden Kosten weigern sich Banken und Risikokapitalgeber, in Start-ups zu investieren", erklärte Liikanen. In diesem Fall sei eine öffentliche finanzielle Intervention gerechtfertigt, solange sie den Marktmechanismus nicht verzerre. Weitere Bedingungen für eine öffentliche Finanzierung schreiben vor, dass die Unterstützung private Investoren nicht aus rentablen Bereichen verdrängen darf und dass sie durch Marktexperten und bestehende Finanzinstitutionen umgesetzt werden muss. Die Europäische Kommission halte diese Bedingungen in ihrem Mehrjahresprogramm für Unternehmen und unternehmerische Initiative ein, das nicht isoliert sei, sondern als Katalysator für die Anziehung privater Investoren für Start-up-Unternehmen fungiere, so Liikanen. Diese Initiative hat die Mobilisierung von privaten Finanzierungsmitteln in Höhe von 450 Millionen Euro in den vergangenen fünf Jahren für Unternehmen, die über das Potenzial für ein schnelles Wachstum verfügen, ermöglicht. Während dieses Zeitraums hat die Kommission auch die europäischen Banken dabei unterstützt, Kredite für 130.000 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in ganz Europa zu gewähren, indem sie Kreditgarantien bereitgestellt hat. "Der Erfolg unserer Garantieinstrumente hat das Europäische Parlament dazu veranlasst, eine beträchtliche Erhöhung des Budgets für Garantieinstrumente für 2004 vorzuschlagen", so Liikanen. In Bezug auf die Auswirkungen der Erweiterung bemerkte der Kommissar, dass die meisten Darlehen in den neuen Beitrittsländern an "große und sichere Unternehmen" gingen. Um ihr volles Wachstumspotenzial zu erreichen, müssten die neuen Mitgliedstaaten ihre Banken ermuntern, mehr Kredite an KMU zu vergeben, während der EU-Haushalt diese Bemühungen unterstütze, indem er Anreize für lokale Banken biete, die Kredite an kleinere Unternehmen vergeben, sagte Liikanen. Die Kommission hat außerdem einen "Europäischen Verhaltenskodex für Banken und KMU" mit europäischen Banken- und KMU-Organisationen entworfen. "Obwohl die Verhandlungen noch nicht ganz abgeschlossen sind, haben vier Organisationen bereits ihre Bereitschaft bestätigt, den Entwurf zu unterstützen", kommentierte Liikanen. "Wir hoffen, dass dieser Kodex einen Rahmen für künftiges Verhalten liefern wird."

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