Verbesserung der Leistungsfähigkeit öffentlich-privater Innovationspartnerschaften
Ein Konsortium aus Partnern aus der EU hat neue Empfehlungen für einen europäischen Marktplatz vorgelegt, der öffentlich finanzierten Forschungsprojekten die entsprechenden privaten Investoren systematisch zuordnet. Die Initiative EUROMAPLIVE ist eine auf ein Jahr angelegte und aus dem Fünften Rahmenprogramm finanzierte Begleitmaßnahme, deren Schwerpunkt auf der Frage liegt, wie Europa einen größeren wirtschaftlichen Nutzen aus seiner Wissenschaft und Forschung ziehen kann. CORDIS-Nachrichten führte dazu ein Interview mit Giovanni De Duonni vom italienischen Capitalia-Konzern (Banca di Roma), einem der sechs Projektpartner, und Maurizio Borghi von der GD Forschung der Europäischen Kommission, der im Bereich der Innovationsfinanzierung im Zusammenhang mit dem vorrangigen Themenbereich "Nanotechnologie, multifunktionale Werkstoffe und neue Produktionsverfahren" des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) tätig ist. Die Empfehlungen des Projekts basieren auf einer ausführlichen Analyse und Interviews mit mehr als 130 Akteuren der Innovationsfinanzierung aus ganz Europa - ein sehr willkommener Ansatz aus Sicht der Kommission, so Borghi. "Da die Welt immer komplexer wird, ist es wichtig, die Ansichten aller relevanten Beteiligten zu sammeln, d.h. in diesem Fall von KMU [kleinen und mittleren Unternehmen], Großunternehmen, Kreditinstituten und öffentlichen Stellen", sagte er. Das EUROMAPLIVE-Projekt hat mehrere Faktoren ausgemacht, die verhindern, dass auf öffentlicher Forschung beruhende Innovationen zu Marktanwendungen werden. Dazu gehören das Problem der Innovationsmodelle, die auf einem "Technologieschub" statt auf der Marktnachfrage beruhen, und die Neigung der Innovatoren, geschäftliche Chancen eher vor Ort zu suchen. Weitere Probleme sind das Zögern der Investoren, die mit Technologieunternehmen verbundenen Risiken einzugehen, und mangelnde Kenntnisse der KMU, was die von Investoren angebotenen Finanzinstrumente anbelangt. Die Projektpartner können mit mehreren Vorschlägen aufwarten, um diese Probleme in den Griff zu bekommen. Zunächst sollten in der Frühphase von Innovationsprojekten mehr öffentlich-private Partnerschaften eingerichtet werden. Dadurch könnten die öffentlichen und privaten Partner das gesamte Spektrum der mit Forschung und Innovation verbundenen Risiken gemeinsam abschätzen, sodass eine Kultur der "Risikoteilung" entstünde, die für mehr Interesse der Investoren an Technologieunternehmen sorgen würde. Eine zweite Empfehlung lautet, dass die öffentliche Finanzierung von Forschungsprojekten auf einem zweistufigen Verfahren beruhen sollte. Die erste Phase würde die Abgabe eines einfachen Vorschlags beinhalten, der in erster Linie nach dem erwarteten Wachstum und den Marktanforderungen bewertet würde. Nach dem Vorschlag könnten die in Phase 1 geförderten Projekte auf dem neuen europäischen Marktplatz geeignete Investoren finden. In der zweiten Phase würde den Behörden ein vollständiger Geschäftsplan vorgelegt, der Einzelheiten zu den bereits abgeschlossenen Finanzierungsvereinbarungen mit anderen Investoren umfasst. Wird das Projekt von den Finanzierungsbehörden positiv beurteilt, erhält es ein ergänzendes Mittelpaket von öffentlichen und privaten Stellen. In diesem Zusammenhang erinnerte Borghi daran, dass die Kommission RP6-Antragsteller anhält, mit ihren Projektvorschlägen auch Geschäftspläne vorzulegen. Dies stellt eine Neuerung gegenüber der früheren Vorgehensweise dar, wo der wissenschaftliche Wert und funktionierende Partnerschaften als wichtigste Elemente eines Vorschlags galten: "Die Anforderung, einen guten Geschäftsplan vorzulegen und nachzuweisen, dass eine funktionierende Projektverwaltung besteht, wird manchmal unterschätzt [...]. In manchen Fällen muss sich wohl die Denkweise ändern", sagte er. Wie der Vertreter des EUROMAPLIVE-Projekts De Duonni erläuterte, gingen ihre Empfehlungen gegen die Auffassung, wonach öffentlich-private Partnerschaften den Markt verzerren. "Im Gegensatz zu gängigen Vorstellungen erhalten kleine Unternehmen in den USA eine Menge Unterstützung aus staatlichen Quellen", sagte er. "Europa steht daher vor der Herausforderung, öffentliche und private Geldgeber besser zu koordinieren. Hierin besteht die Relevanz dieses Projekts." Beide Gesprächspartner verwiesen auf den Erfolg des EUROMAPLIVE-Abschlussworkshops im November, der gut besucht war und Präsentationen von mehreren wichtigen Akteuren der Innovationsfinanzierung und öffentlich-privaten Partnerschaften umfasste. Sie hoffen, dass diese Beteiligung für ein größeres Bewusstsein über die anstehenden Probleme sorgt, sodass es zu einer Ausweitung der gemeinsamen Anstrengungen für höhere Investitionen in innovative Unternehmen kommt.
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Italien