Europäische und weltweite Forschungsnetze werden von neuem Internet-Protokoll profitieren
Das für Unternehmen und die Informationsgesellschaft zuständige EU-Kommissionsmitglied Erkki Liikanen hat die Einführung des ersten weltweiten IPv6 (Internet-Protokoll der Version 6) als einen wichtigen Impuls für die Entwicklung des Europäischen Forschungsraums bezeichnet. Von IPv6 werden alle Bereiche der Gesellschaft profitieren, und Forscher, die in verschiedenen Ländern leben und arbeiten, erhalten durch Einführung von IPv6 in Forschungsnetzen Zugang zu spitzentechnologischen Netzdiensten für ihre Tätigkeit. "Die bei der Validierung von IPv6 durch umfangreiche Tests geleistete Arbeit und die Entwicklung von elektronischen Infrastrukturen sind von grundlegender Bedeutung für das Entstehen des Europäischen Forschungsraums", sagte Liikanen bei der Vorstellung von IPv6 am 16. Januar in Brüssel. IPv6 gestattet eine praktisch unbegrenzte Anzahl von Adressen - genug, um jedem Sandkorn an allen Stränden der Welt eine Adresse zuzuweisen. Die Erhöhung der Zahl der Adressen ist eine entscheidende Voraussetzung für künftige Internet-Entwicklungen wie die zunehmende Verbreitung des permanenten Anschlusses und internetfähiger Geräte wie Mobiltelefone, Fahrzeugnavigationssysteme und Haushaltsgeräte. Das neue Protokoll bietet ferner gegenüber dem ehemaligen (IPv4) einige Verbesserungen, die das Internet schneller, flexibler und sicherer gestalten und die Einführung neuer Dienste erleichtern werden. Wie Liikanen betonte, wird es damit möglich, neue Internetdienste besser in Haushalte, Unternehmen und selbst Fahrzeuge zu integrieren: "Diese neue Generation der Internet-Technologie schafft eine Plattform für neue, aufregende Dienste für Unternehmen und Bürger in der gesamten Union. IPv6 [...] ist eines unserer Hauptziele im Zusammenhang mit eEurope und dem rascheren Ausbau von Breitbandnetzen. Mit IPv6 können wir auf die wirtschaftlichen Stärken Europas bauen und die bessere Integration des Internet in einen Komplex von neuen Geräten und Diensten einschließlich des Mobilfunks der 3. Generation sondieren." Die Europäische Kommission hat sich intensiv an der Internet-Protokoll-Initiative beteiligt und die Zusammenarbeit zwischen Forschungs- und Bildungsnetzen weltweit gefördert, um das erste Forschungsnetz der Welt in reiner IPv6-Technologie aufzubauen. GÉANT, das Hochgeschwindigkeits-Forschungsnetz der Europäischen Union, hat IPv6 von April bis Oktober 2003 etappenweise in der europäischen Forschungs- und Bildungsgemeinschaft eingeführt. GÉANT verbindet über seine Anschlüsse an nationale und regionale Forschungs- und Bildungsnetze mehr als 3.500 europäische Forschungs- und Bildungseinrichtungen und bietet weltweit die höchste Kapazität und größte geografische Flächendeckung unter den Netzen dieser Art. Das Netz hat die zweifache Aufgabe, eine Infrastruktur für den hohen Kommunikationsbedarf der Wissenschaftsgemeinschaft und eine Infrastruktur für Forschung im Bereich spitzentechnologischer Kommunikation zu liefern. Angesichts des internationalen Kontexts, in dem Forschung stattfindet, wird die weltweite Einführung elektronischer Infrastrukturen jedoch als ein notwendiger nächster Schritt empfunden, der ein enormes Potenzial für die Verstärkung der internationalen Zusammenarbeit besitzt.