EP stimmt der Einrichtung eines "European Centre for Disease Prevention and Control" zu
Das Europäische Parlament stimmte am 10. Februar im Anschluss an einen von der Europäischen Kommission im Juni 2003 vorgestellten Vorschlagsentwurf für die Einrichtung einer neuen Gesundheitsbehörde. Diese Stellungnahme, die bald auch dem Rat vorgelegt wird, stellt eine Reaktion auf SARS, den Ausbruch der Vogelgrippe, andere übertragbare Krankheiten sowie den Bioterrorismus dar. Im neuen "European Centre for Disease Prevention and Control" (ECDC) werden wissenschaftliche Fachkenntnisse gebündelt, um "Europa eine bessere Vorbereitung auf künftige Epidemien zu ermöglichen", erklärte David Byrne, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz. Teams aus Experten für Krankheitsbekämpfung aus diversen Mitgliedstaaten werden in diesem Zentrum schnell zusammenkommen, um eine EU-weite Reaktion auf ernsthafte gesundheitliche Gefahren umzusetzen. John Bowis, britisches Mitglied des EP, erklärte: "Die EU darf in dieser wichtigen Angelegenheit nicht nachlässig sein. Sie muss in der Lage sein, schnell zu handeln, um gesundheitliche Gefahren zu erkennen und effizient zu reagieren. Bis jetzt haben sich die Mitgliedstaaten auf spontane informelle Strukturen der Zusammenarbeit gestützt, dies muss verstärkt werden. Der Vorschlag zeigt, welch einen positiven Beitrag die EU durch die Weitergabe und den Austausch von guter Praxis, Forschung und Wissen leisten kann. Über das neue Zentrum wird die EU in der Lage sein, aktiv und nicht nur reaktiv zu agieren." Für das ECDC, sofern es der Rat bewilligt, steht ein Gesamtbudget von 47,8 Millionen Euro für die ersten zwei Jahre zur Verfügung. Das Zentrum wird in Schweden liegen und voraussichtlich im Jahr 2005 seine Arbeit aufnehmen.