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Inhalt archiviert am 2023-01-20

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Wissenschaftler drängen die ESA, an Sonden festzuhalten

Führende europäische Raumforscher haben sich an den Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) mit einer Entschließung gewandt, in der sie ihrer Sorge Ausdruck verleihen, der Oberflächenwissenschaft werde bei den kommenden Missionen nicht genügend Aufmerksamkeit g...

Führende europäische Raumforscher haben sich an den Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) mit einer Entschließung gewandt, in der sie ihrer Sorge Ausdruck verleihen, der Oberflächenwissenschaft werde bei den kommenden Missionen nicht genügend Aufmerksamkeit gewidmet. Die Entschließung ist das Ergebnis einer Tagung, die kürzlich beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLZ) stattfand und bei der es um Landeziele und -technologien ging. Während dieser Tagung stießen die geplanten Landemissionen auf dem Mond, dem Mars und dem Jupitermond Europa bei den versammelten Experten auf breite Zustimmung. "Wir haben beschlossen, dem Generaldirektor der ESA eine Entschließung zu überreichen, in der es heißt, dass den in-situ-Wissenschaften im Programm der Agentur derzeit nicht die gebührende Bedeutung zukommt", soll Dr. Stephen Ulamec vom DLZ gesagt haben. Die Wissenschaftler möchten die ESA darauf hinweisen, dass derzeit für künftige Missionen keine Sonden geplant sind. Ferner haben sie die Einsetzung von drei Arbeitsgruppen vereinbart, die sich mit Sonden für die Missionen zum Mond, zum Mars und zu kleineren Himmelskörpern wie Kometen befassen sollen, um dann dem Beratenden Ausschuss Sonnensystem der ESA entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. Ferner wurde auf der Tagung über die Möglichkeit einer generischen Sonde diskutiert, die wiederholt, also bei verschiedenen Missionen zum Einsatz kommen könnte. Nach Auffassung von Professor Colin Pillinger, dem Planer des Beagle 2, könnte die verloren gegangene Sonde Mars Express als Modell für eine solche generische Sonde dienen. "Orbiter sind schön und gut, aber es geht doch nichts darüber, sich an der Oberfläche des Planeten die Hände so richtig schmutzig zu machen", sagte Professor Pillinger. Ein weiterer Vorschlag, der bei der Veranstaltung auf ein positives Echo stieß, war die Absetzung einer Sonde auf Europa. Europa ist einer der größten Satelliten des Jupiter und mit einer 25 km dicken Eisschicht bedeckt, die nach Auffassung vieler über einem warmen Meer liegen könnte. Damit ist der Planet ein ideales Ziel bei der Suche nach Leben im Sonnensystem. "Auch wenn Europa vielleicht das interessanteste Ziel im Sonnensystem ist, wird es doch sehr, sehr schwierig und teuer, dorthin zu gelangen", sagte Dr. Norbert Krupp vom Max Planck-Institut für Aeronomie. Es gibt Stimmen, die der Meinung sind, die besten Aussichten für die Absetzung einer Sonde auf Europa biete die Teilnahme an der geplanten NASA-Mission JIMO (Jupiter icy moons orbiter). Dr. Krupp wies darauf hin, dass viele Wissenschaftler dies- und jenseits des Atlantik für die Aufnahme einer Sonde in die Mission seien, und er hoffe, dass durch die Unterstützung durch die höheren Ebenen der ESA der europäischen Zusammenarbeit an JIMO und künftigen NASA-Missionen der Weg geebnet würde.

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